Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 528 (sequence 6)
- Language
- German
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528 Rec'ension. Israel ihr Zelt aufzüschlagen (v. 3)", nichts anderes ist, als /die den' Menschen geoffenbarte Weisheit, die Thora. Bei der Lektüre der Sapienz und der Philonischen Schriften aber muß Man bedenken, daß uns hier jüdisches Denkeil in den Prachtgewanden griechischer Philosophie und Poesie entgegentritt; wir müssen uns daher dieselben in trockene Prosa übersetzen. Ihre Redeweise ist griechisch, ihre Denkweise jüdisch. Wenn die jüdischen Hellenisten alle möglichen Attribute der Gottheit Hypostasirten, so dachten sie sich keineswegs darunter, wie es ihre griechischen Mitbürger thaten, verschiedene Götter und Göttinnen. -In der Sapienz werden aväyxt), nqövom, SCx7], 0$ן1ץ u. a. absolut gebraucht; ebenso wenig wie diese verschiedene Gottheiten oder einzelne Personen der Gottheit bezeichnen sollen, ebensowenig sind aocfca und üoyos in solchem Sinne zu nehmen. Durch Anwendung obiger Methode wird man auch zu der Ueberzeugung kommen, daß nur wenige Stellen, wie Sap. 9,2 und 14,5 von der göttlichen Weisheit sprechen; alle übrigen Stellen, die von ihrem Entstehen, Wesen und Wirken handeln sollen, sogar 7,26 s. und 8,4 können mit Leichtigkeit ans die menschliche Weisheit bezogen werden, nach P. S. das einzige und höchste Gut, das alle menschlichen Tugenden und Vorzüge in sich begreift, das Ideal menschlicher Vollkommenheit, wie es in Propheten und Gottesmännern realisirt erscheint. Eine nähere Begründung der ausgesprochenen Ueberzeugung würde den Rahmen einer Recension ungebührlich ausdehnen, bleibt daher für einen andern Ort Vorbehalten. Bisenz. Joseph Cohn.