Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Über eine dunkle Stelle in Spinoza's theologisch-politischem Tractat
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 427 (sequence 1)
- Language
- German
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Ueber eine dunkle Stelle in Spinoza's theologisch-politischem Hractat, Von Rabbiner vr. Klein, Elbing. Im siebenten Capitel des theologisch-politischen Tractats entwickelt Spinoza seine hermeneutischen Prinzipien. ״Der Ausleger der Bibel, sagt er unter Anderem, muß die Aussprüche eines jeden Buches zusammsnstellen und auf Hauptpunkte zurückführen, damit man so alle, die sich über denselben Gegenstand vorsinden, gleich zur Hand:habe; sodann muß sie auch alle die? jenigen aufzeichnen, welche zweideutig oder dunkel sind odereinander zu widersprechen scheinen." Hierbei macht er zugleich auf den sehr wichtigen Grundsatz aufmerksam, daß man verus sensus nicht mit veritas verwechseln dürfe. Der Ausleger achte hauptsächlich auf den wahren Sinn der Rede und nicht auf die absolute Wahrheit derselben, daher sei der buchstäbliche Sinn einer Stelle, wenn er nur sonst mit den Grundanschauungen der heiligen Schrift übereinstimme, beizubehalten, auch wenn er dem lumen naturale entgegen sei. Durch ein Beispiel soll das näher erklärt werden: ״Die Aussprüche Mosi's, daß Gott ein Feuer, daß er ein eifersüchtiger Gott sei, sind ganz klar, so lange wir bloß auf die Bedeutung der Worte sehen, und ich setze sie daru m auch unter die klaren; obsie gleich in Beziehung auf Wahrheit und Vemunft sehr dunkel sind." Nun sage aber Moses anderweit: Gott habe keine Aehnlichkeit mit sichtbaren Dingen. Daraus gehe hervordaß jener Ausdruck vom Feuer bildlich zu nehmen! sei. Hätten wir