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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 6 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 6
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1882-01-01
Page
Seite 253 (sequence 13)
Language
German
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Die Agada der Tannaiten. 283 liel mit einem Experiment zurück: er zeigt, daß sein Gegner nicht einmal in einem Siebe wirbelnde Quitten zählen könne, ge» schweige die in fortwährender Sphärenbewegung befindlichen Gestirne. — ״Der die Berge geschaffen, ist ein Anderer, als der die Winde erschuf, nach Am. 4,13." Gamliel zeigt, daß bei solcher Exegese nach rp 94, 9 der ״Pflanzer des Ohres" ein Anderer wäre als der ״Bildner des Auges')."— ״Wo eurer zehn sind, sagt ihr, weilt Gottes Majestät, wieviel Gottesmajestäten — Schechina's — giebt es denn?" — Gamliel macht ihm die Allgegenwart Gottes mit dem Hinweis auf die Sonne begreiflich, die überall scheine; sollte Gott, dem Millionen Sonnen dienen, nicht noch eher überall sein können! — Hieher gehört auch die in einer andern Quelle *) mitgstheilte Frage eines Philosophen: ״Euer Gott ist zwar ein großer Maler, aber fand er, als er die Welt erschuf, nicht die gehörigen — im zweiten Vers der Genesis genannten — Farben *) vor? Gamliel weist ihm nach, daß die sechs fraglichen Dinge in der heiligen Schrift selbst als erschaffen bezeichnet werden*). Auf zwei Fragen des Unniste des Heiden zu Grunde, ebenso wie der ״Philosoph" in Gen. r. e. 2V naturwissenschaftliche Kenntniste hat. ') Merkwürdigerweise wird in Chullin 87 a erzählt, das; Gamliels Enkel, Jehuda 1״ dieselbe Frage eines Ketzers nicht zu beantworten permochte. s) Gen. r. c. 1. 1םממני bedeutet hier Farben, und ist nicht, wie Wün sch e in seiner Uebers. des Bersschith rabba thut <S. 4) mit Material zu übersetzen. Das Bild ist vom Maler genommen, womit hier צייר übersetzt werden kann. S. Levy, Wört. zu den Targumim II, 172 a b. 4) חשך nach Jes. 45,7, מים nach xp 148,4 f., רוח nach Amos 4,13, תהום Prov. 8,24. Für תהו ובהו wird ebenfalls Jes. 45, 7 2ובור» ר angeführt, was auf sehr gezwungene Weise dahin erklärt wird, daß דע als Gegensatz von שלום, dem kosmischen Frieden, das Chaos bedeute. Aber es ist besser anzunehmen, daß ursprünglich auf Jes. 34,12 — קו תהו ואבני בהו — hingewiesen war, welcher Satz in einer Barajtha, Chagiga 12 a, ebenfalls kosmogonisch gedeutet wird (s. J o e l , Blicke 142). —

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