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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1882-01-01 · Heft 4 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
31 (1882)
Issue
Heft 4
Article
Geschichte der Juden in der Stadt Stendal vom Ende des 13. Jahrhunderts bis zu ihrer Vertreibung im J. 1510
Date
1882-01-01
Page
Seite 173 (sequence 2)
Language
German
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Geschichte der Juden in der Stadt Stendal vom Ende 173 chen Zeugnisse bilden daher die einzige Quelle, aus der wir zu schöpfen vermögen. Dieser Einseitigkeit und Dürftigkeit des uns zu Gebote stehenden Materials entsprechend, kann auch die auf demselben basirends Darstellung nur den Charakter des Fragmentarischen und Lückenhaften an sich tragen. Müssen wir demgemäß nun auch auf den Versuch einer streng nach sachlichen Gesichtspunkten geordneten Eintheilung des Stoffes verzichten, so ist doch das vorliegende Material nicht in dem Maße dürftig, um nicht mindestens eine einigermaßen zusam» menhängende Darstellung der Schicksale und Verhältniffe der jüdischen Bewohner Stendals zu ermöglichen * *). Das von den Brandenburgischen Markgrafen Otto und Conrad am 4, April 1297 erlassene Statut *) ist das erste uns bekannte Zeugniß von dem Vorhandensein jüdischer Einwohner in der Hauptstadt der Altmark. Dieselben sollen, wie es in der gedachten Urkunde heißt, sich des gemeinen Rechtes der Stadt erfreuen und von dem Rathe derselben als ihre Bürger betrachtet werden; demgemäß wird die Stadtbehörde auch verpflichtet, den Juden gegen etwaige Bedrückungen markgräflicher Beamter ihren Schutz angedeihen zu laffen. Allein noch immer dürfte viel zu thun übrig sein, und wir bezwei» sein kaum, daß eine sorgfältige Durchforschung der in der Mark Brandenburg vorhandenen Archive und Bibliotheken auch für die Auf» Heilung der Geschichte der Juden in diesem Lande von erheblichem Nutzen sein würde. *) In dem 1790 zu Berlin anonym erschienenen Buche ״Annalen der Juden in den preuß. Staaten, besonders in der Mark Branden» bürg," als dessen Verfasser der bekannte Historiker König gilt, finden sich nur wenige Nachrichten bezüglich der jüdischen Einwohner Stendals; und auch in dem sonst sehr fleißig gearbeiteten Werke L. Götze's ״Ur» kundliche Gesch. der Stadt Stendal," Stend. 1873, ist der Gesch. der dortigen israelit. Gemeinde kein zusammenhängender Abschnitt gewidmet, sondern es werden nur einzelne, den Gegenstand bei weitem nicht erschöpfende, Notizen mitgetheilt. Allerdings mag eine eingehendere Berücksichtigung deflelben gar nicht im Plane des Verfassers gelegen haben. *) Riedel, Cod. dipl. Brand. I, 15, p. 44.

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