Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 4)
- Language
- German
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Recensionm. 41נ gängig erkennbare Selbständigkeit und eigne Gedankenarbeit, verbunden mit der reichen Erfahrung des in treuem Lehrdienste ergrauten Verfassers. Die Lehre von Gott in den verschiedenen Religionsbüchern ist nach seiner zutreffenden Bemerkung (S. 6) der Rückstand einer, durch die neuere Philosophie längst beseitigten Metaphysik. ״Da wird der ontologische, kosmologische, teleologische und historische Beweis für das Dasein Gottes demonstrirt und die Attributenlehre breit und platt getreten." Das Alles werde Kindern mit Mühe beigebracht, die dafür keinerlei Verständniß haben, oder gereiften Schülern, denen die Hinfälligkeit jener Beweise von anderer Seite gezeigt wird. ״Das unwandelbare Sittengesetz des Judenthums muß die leidige Nachbarschaft einer veralteten Metaphysik büßen*. Nach dem Vorbilde der heiligen Schrift will Vf. die Lehre von Gott nicht beweisen, sondern vielmehr als unzweifelhafte Voraussetzung voranstsllen und behandeln und dem Geiste des Judenthums getreu, das sittliche Handeln, wurzelnd in sittlicher Gesinnung, als den eigentlichen Inhalt der ״Gotteserkenntniß* darstellen, woran sich dann die ״G o tt e s ve r e h r u n g" in That und Gemüth als zweiter Theil sich anschließen soll. Uebercaschend ist der Nachweis jener eigenthümlichen Auffassung der ״Gotteserkenntniß" in den verschiedenen biblischen Büchern, besonders schlagend der Hinweis auf Jer. 22, 15—16. Die auffallende Bedeutung des Ausdrucks in der Bibel erklärt Vf. durch entsprechende Stellen wie Jer. 4,22; 5,5; 9,2, wo für Gotteserkenntniß deutlicher Erkenntniß der Wege Gottes gesetzt wird, so daß sittliche Gesinnung und Handlungsweise, religiös aufgefaßt, eben eine Kundgebung von der lebendigen und wirksamen Erkenntniß der Wege Gottes ist. Vf. stellt jedoch noch andere Erklärungsversuche für diese Bedeutung der ״Gotteserkenntniß" zur Auswahl (S. 7 unten). — Neu ist in dem Buche auch eine eingehende Erörterung der überlieferten hebräischen Gebete nach Geist und Inhalt sowie deren Verwerthung zur Bildung und Belebung des religiösen Geistes in der Jugend. Von großem Interesse ist sodann der gelungene Versuch einer sachgemäßen Eintheilung des ganzen zu behandelnden Lehrstoffes, wobei