Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 2)
- Language
- German
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Recenstonen. 139 Judenthum und seiner Lehre gewidmeten Unterrichts einen tief eingreifenden Einfluß zu üben. Zunächst mußte der durch andere Lehrgegenstände erheblich verkürzte hebräische Unterricht durch ein methodisches, den ehemaligen Mechanismus immer mehr abstreifendes Verfahren, durch einen wohlgeordneten Lehrgang, durch Erweckung des grammatischen Bewußtseins und zuletzt durch eine besondere Unterweisung in der hebräischen Grammatik den Verlust ausgleichen, womit ihn die Beschränkung der ihm gewidmeten Zeit bedrohte. Dann traten als neue Lehrgegenstände hinzu die biblische Geschichte, später die nachbiblische Geschichte der Glaubensgenossen und ihrer Literatur und endlich als eine den Jugendunterricht abschließende Disciplin die systematisch geordnete Religionslehre. Es sind dies in Verbindung mit dem Hebräischen die Lehrgegenstände der seit den vierziger Jahren in allen Gemeinden nach und nach eingerichteten Religionsschulen, welche die anderweitigen verschiedenartigen Schulen hinsichtlich des Religionsunterrichts für die jüdischen Schüler und Schülerinnen ergänzen, wo nicht, wie jetzt vielfach geschieht, der jüdische Religionsunterricht unter die anderen Disciplinen der Schule eingereiht ist. In redlicher Meinung und guter Absicht sträubten sich Manche gegen die ursprünglich nach fremdem Beispiele und Muster eingeführten Lehrgegenstände, insbesondere aber gegen die systematische Religionslehre, indem sie einen den Inhalt erläuternden und zu religiöser Belehrung bestens benutzenden Unterricht im Hebräischen für ergiebiger und eindringlicher hielten als die abstrakten Sätze und die aus dem Zusammenhangs gerissenen biblischen Belege der sachlich geordneten Religionslehre. Indessen ist die Voraus« setzung dieses Urtheils, nämlich ein die gesammte heilige Schrift und Einiges aus der späteren Literatur umfassender hebräischer Unterricht, heutzutage nur in einzelnen Fällen auf dem Wege des Privatunterrichts bei guten Anlagen und beharrlichem Fleiße zu erreichen, während die Schulen aus so weit gehende Ziele verzichten müssen und überdies von Aufsichtswegen zu einer Beschränkung der Stundenzahl für das Hebräische angehalten werden. Die Bürgschaft einer die ganze Lehre des Judenthums umfassenden Kenntniß, wie sie unserer Jugend und den künftigen Mitgliedern der Gemeinden noth thut, wenn die immer mehr verfallende religiöse Erziehung im Elternhause nicht zum Unter«