Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 31 (1882)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Peripherie im Buche Esther
- Date
- 1882-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 20)
- Language
- German
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68. Ue6«t He so sagen dürfen — hinter den Coulissen zu arbeiten, Gelegenheit zur Thätigkeit gegeben. Ein Charbonah, der später bei der Katastrophe so geschickt, wenn auch etwas dreist für Mordechai und gegen Haman eingreift und Aehnliche werden diesen vorbereiteten und theilweise erwarteten Moment nicht unbenutzt gelassen haben. Der zum Vorlesen Bestimmte liest aus dem umfangreichen Buche die Mordechai betreffende Stelle vor, zu der er, wie wohl angenommen werden darf, Näheres über diesen Mann mittheilt. Das Ganze bedeutet ja etwa so viel wie: der König wünscht, daß man ihin aus der Chronik über etwaige verdienstvolle Männer Vortrag halte und ihm wird über Mordechai und sein Verdienst Vortrag gehalten. Besonders die gegnerische Stellung Mordechais dem Haman gegenüber möchte jetzt dem König — wenn sie, die so offenkundige ihm nicht schon früher bekannt war — mitgetheilt worden sein. Man darf ja nicht übersehen, wie im jetzigen Stadium des Stückes, bei dem Herannahen der Katastrophe, die Handlungen, die ihr zueilen, mit besonderer, dramatischer Lebendigkeit einander drängen, wie da nur das Wichtigste, die Hauptmomente hervortreten, während alles Andere, Selbstverständliche ergänzt, oder zwischen den Zeilen gelesen werden muß. So spricht der König hier zu Haman — um nur ein Beispiel anzuführen — von ״Mordechai dem I u d e n" u. s. w., als solcher hat sich dieser aber nur den Dieuern des Königs zu erkennen gegeben; es muß also auch dieses von einem der Diener, ivohl bei Erwähnung Mordechais dem Könige mitgetheilt worden sein. Also Mordechai, durch welchen Haman sich in seiner Ehre gekränkt fühlt, sein Gegner ist's, der sich hervorgethan, der eine Belohnung verdient. Sie soll ihm und zwar, zum Aerger Hamans, in hervorragendem Maße werden. Der König will sich darüber mit einem der Fürsten berathen. Und siehe, der verletzte Ehrgeiz, die Rachsucht treibt Haman selber in die Nähe des Königs; er ist im Hofe, um die