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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-11-01 · Heft 11 (November 1881) · p. Seite 492

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 11 (November 1881)
Article
Agrippa II. und der Zustand Judäa's nach dem Untergange Jerusalems
Date
1881-11-01
Page
Seite 492 (sequence 12)
Language
German
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492 Agrippa II. und der Zustand Judäa'S des sich wieder Städte auf den Trümmern erhoben haben, nicht bloß in Galiläa, gewissermaßen auf Agrippa's Territorium, sondern auch in Judäa, und daß in einigen derselben Lehrhäuser eröffnet wurden, in L1) d d a, Emmaus, Pekiin, Bene - Bar a k, zu denen die lernbegierige Jugend strömte. Die Gesetzeslehrer bewegen sich frei, besuchen einander, machen Reisen, ohne überwacht zu werden. Nabbait Gamaliel, der Sohn des in dem Kriege gegen die Römer direkt betheiligten Simon, wird als Oberhaupt, als Patriarch, anerkannt und besitzt als solcher Machtbefugnisse über die Gemeinden, die fast politischer Natur sind, und die drei flaoischen Kaiser legten nicht ihr brutales Veto dagegen ein. Eine solche Bewegungsfreiheit, welche mit dem argwöhnischen Ueberwachungssystem der römischen Politik unverträglich scheint, muß einen Erklärungsgrund haben, und dieser kann nur in Agrippa's Protection gelegen haben. — Er hat die ihm von Vespasian und Titus gewährte Gunst auch unter Domitian genossen. Zwei Denkmünzen vom Jahre 66, welche Agrippa's Namen und den des Kaisers mit allen seinen Titeln tragen, haben dabei die Abbreviatur 8. 6. (senatus— consultum '), was eben beweist, ' daß auch dieser Kaiser mit Zustimmung des Senats ihm eine Gunst gewährt hatte. Genoß er das Vertrauen des argwöhnischen Domitian, so konnte ec seine Neligionsgenossen in Judäa schützen. Agrippa mag geflissentlich die Rührigkeit in den Lehrhänsern begünstigt haben, uni die feurige Jugend durch das Gesetzesstudium von Aufstands- Phantasien abzuziehen. Die Gesetzeskämpfe (fiaxcd vo/uixat) sollten die blutigen Kämpfe der jüngsten Zeit vergessen machen, und die Uebung mit den halachisch-dialektischen Schilden (2^׳ Vgl. über diejzwei Agrippa-Münzcn Jg. 1877 S. .143. Sie haben neben der Inschrift inl ßaffitewc AyQirma auch die: Imperator Cae- 8ar divi Vespasiani filius Doraitianus Augustus Germanicus Cos. XII und S. C.

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