Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1881)
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1881-10-01
- Page
- Seite 458 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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458 Die Fabel in Talmud und Midrasch. überhaupt alles Jüdisch-Nationale — wie in der Zeit des Antiochos Epiphanes — aus dem Leben gebannt werden sollte, ja sogar der alte nationale Name der Hauptstadt ירושלים in Aelia Capitolina umgewandelt wurde, in einer solchen Zeit stand zu befürchten, daß man die hebräische National-Literatur fallen und hinjterben lassen werde; daß mau vielleicht, um weniger Verfolgungeu ausgesetzt zu sein, sich mit der griechischen Uebersetzung der heiligen Schriften begnügen werde und überhaupt das Griechische an Stelle des Hebräischen treten werde. Da trat zuerst der glühende Patriot Rabbi Akiba auf und legte dem Volke in der diesem gefälligsten Weise, in der Form der Fabel, die Heiligkeit und d i e Wi ch ti g k e i t jedes e i n z e l n eu V u ch stabe n in der heiligen Schrift warnl an's Herz. Es sei nicht gleichgiltig, ob die Thora init d ies e m oder jenem Buchstaben beginne. Jeder einzelne Buchstabe habe gerade au sei n e m P l a tz e, den ihm Gott, der Gesetzgeber, in seine»! Gesetze eingerüumt, eine besondere Bedeutung. Die Fabeln voin mm ספר «שנה und deinיו׳יר aus dein Namen שרי sind unter den Nach wehen der Hadria. irischen Zeit geboren worden; sie verfolgen darum denselben Zweck, die letztere vielleicht noch den speciellen Zweck, die damals wahrscheinlich sehr überhandgenoimnene Einführung der griechischen und V e r d r ä 1! g u n g der hebräischen Namen hintanzuhalten. (Ich erinnere nur an das Märtyrerpaar פפוס ולוליאגוס, an den mit N. Akiba eingekerkerten mn׳ p 8פו ס und an ר׳ ראובן בן איסטרוכלי, der sich sogar eine Zeit lang ganz gut in die Nolle eines Griechen Hineinfond. Me'lla l7rr). Ein Buchstabe — noch dazu das kleine יו״ד •— wurde einmal aus einen! Namen entfernt und er war untröstlich dariiber, bis er durch Gott anderweitig entschädigt wurde. tSorlsetzuag fo!»t.>