Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1881)
- Article
- Meir b. Simon und seine Schrift Milchemeth Mizwa
- Date
- 1881-10-01
- Page
- Seite 449 (sequence 6)
- Language
- German
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Mett b. Simon und seine Schrift Milchemeth Mizwa. 44feste Stadt nach siebenjähriger Belagerung um 759 und vertrieb die Feinde vollständig aus Gallien. An einen der beiden Genannten, anr Meisten aber an Pipin, muß man in der obigen Erzählung denken, und ihre Namen an Stelle Karls des Großen setzen. Letzterer galt allgemein als den Juden besonders gewogen, die Verwechselung mit ihm ist also erklärlich. Ist nun aber auch der Name in jener Erzählung unrichtig, so braucht doch die mitgetheilte Thatsache selbst nicht angezweifelt zu werden, ja sie ist sogar sehr wahrscheinlich. Dafür sprechen folgende Umstände. An anderen Orten in Gallien beschuldigte man die Juden des Verrathes an die Feinde. Sie sollen um 857 Bordeaux, wo sie doch in sehr geringer Zahl vorhanden waren, den Nor- «rannen überliefert (v. Gallia christiana t. II, f. 796) und Toulouse an die Saracenen verrathen haben, die, nebenbei bemerkt, gar nie bis dorthin gekommen waren (v. Kayserling, Geschichte der Inden in Navarra p. 136). Man beschuldigte die Juden von Orleans, daß sie dem Chalifen die Nachricht von der Zurüsturrg der abendländischen Christen zu einem Zuge gegen Jerusalem hinterbracht und dadurch die Verfolgung der« selben in Jerusalem hervorgerufen hätten (v. Bouquet t. X, p. 153, Wilken, Gesch. der Kreuzzüge I, p. 31). In Spanien machte man die Juden für die Eroberung der Araber verantwörtlich. Nur in Narbonne war allgemein Jahrhunderte hindurch im Volke der Glaube verbreitet, daß die Juden daselbst zur Besiegung und Verdrängung der Saracenen beigetragen haben und dieser patriotischen Haltung ihre Rechte seitens der Fürsten verdankten. Die Anerkennung, die ihnen hier zn Theil wurde, muß also doch wohl in geschichtlichen Thatsachen begründet gewesen sein. Uebrigens hatten sich die Juden an den Kämpfen der Stadt Narbonne gegen den Westgothenkönig Wamba um 673 auf's lebhafteste betheiligt (GaMa Christ. Sr««-. SRoMUförift XXX. 10. 29