Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 9 (September 1881)
- Article
- Zum jüdischen Kalender
- Date
- 1881-09-01
- Page
- Seite 425 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829542-2829552-2873042--20484-2873096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zum jüdischen Kalender. 425 stimmung der Länge des Mondmonats, so wie des Sonnenjahres nicht genau mit denen des Ptolemäus übereinstimmen, so erscheint die Annahme als eine ganz willkührliche und unbegrün- - dete, und es ist viel wahrscheinlicher, daß die jüdischen Astrono« men von denen der Griechen ganz unabhängig zu ihren Nesultaten gelangten. Die post-talmudischen jüdischen Gelehrten, wie Abraham Hanaßi, Maimonides, Juda Halevi u. s. w. faßten die Stelle im l. Buche der Chronik (12, 32) ״Und die Söhne Jsachars, ״ יזרע בינה לעמיםZeitkundige", in dem Sinne auf, daß diese matheniatische und astronomische Gelehrsamkeit besessen hätten, welche jedoch im Laufe der Zeit verloren gegangen und von denen nur dis genaue Kenntniß der Monatslänge sich erhalten hätte. Im ספד עברונוח p. 2 finden wir folgende Erklärung: ״Die Söhne Jsachars haben auf Grund langjähriger Beobachtung die Länge des synodischen Monats empirisch berechnet. Ursprünglich nahmen sie den Monat zu 29 Tagen an, nach zwei Monaten zeigte sich die Mondsichel um 24 Stunden später, nach 8 Jahren zeigte sich eine Differenz von einem Tage, nach 30 Jahren von einer Stunde und nach 21060 Monaten (ungefähr 1700 Jahren!) wieder von einer Stunde. Mittelst dieser Differenzen fanden sie die Länge des Monats, wie mir sie jetzt besitzen." Er erscheint klar, daß wir auch hier es nur mit einer vagen Hypothese zu thun haben, welche keiner weiteren Widerlegung bedarf. Die folgende Hypothese für die Weise, wie unsere Alten durch einfache und leichte Beobachtungen und Berechnungen zu dem oben angeführten Resultate gelangten, scheint die einfachste und natürlichste. Hierbei werden keine besonderen astronomische» Kenntnifle, noch vieljährige Beobachtungen, welche im besten Falle sehr mangelhaft und unzuverlässig waren, vorausgesetzt. In der That, je beschränktere astronomisch^ Kenntniffs wir bei