Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 9 (September 1881)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1881-09-01
- Page
- Seite 413 (sequence 1)
- Language
- German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchentunhs. 413 Aeiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. (Fortsetzung.) Bon dieser Anschauung der Unzerstörbarkeit nach dem Tode, bis zur Aufhebung des Todes selbst und bis znm todesähnlichen Schlafe ist nur ein Schritt, und den hat auch die Sage gemacht, in der doppelten Auffassung des Ebedmelek. Wahrend er in der griechischen Version blos die Stelle des Choni hamsagel einnimmt und für längere Zeit in einen t o d e s ä h n l i ch e u Schlaf verfällt, um dann zum Leben wieder zu erwachen, kennt ihn die jüdische Sage überhaupt als unsterblich. Derech erez sutta <5.1 gegen Ende heißt es ausdrücklich, Ebednielek sei mitunter denen, die lebend in das Paradies gelangt sind, und zwar: Henoch, Eliah, Messias, Eliezer, Ebedmelek der Kuschite, Hiram von Tyrus: Jaabez, ein Sohn des Nabbi Jehuda Ha-Naßi; Serach, Tochter des Ascher und Bithjah, die Tochter Pharao'S. Nach Manchen ist Josua b. Levi an Stelle des Hiram zu nenneu. Ebenso Jalkut II, toi. 72 a, § 367 und Jalkut Chadasch Prag 1657 toi. 46 ä unter pp p Nr. 48. An anderer Stelle toi. 56 v unter in Nr. 149 werden 13 als unsterblich aufgezählt; ebenso Jalkut II a. a. O. Ueberall aber wird Ebedmelek mit genannt. Die Neunzahl wird im Alphab. Siraeidicum toi. 15 b f. beibehalten und die Unsterblichkeit des Ebedmelek wird übereinstimmend mit der letzteren Stelle im Jalk. Chad. als Lohn dafür bezeichnet, daß er Jeremia aus der Grube gerettet. Aus dieser in der jüdischen Literatur so weit verbreiteten Sage konnte sehr leicht die Variante der Heiligenlegende entstehen, die dadurch auch dem jüdischen Oriente angehärt.