Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 9 (September 1881)
- Article
- Jacob Bernays
- Date
- 1881-09-01
- Page
- Seite 394 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829542-2829552-2873038--20449-2873065- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
394 Jacob Bcrnays. fein glänzendes Talent persönlicher Mittheilnng hat Unzählige erfrent nnd gebildet. Frühzeitig ist es ihm gelungen, die Aufmerksamkeit bedeutender Männer auf sich zu lenken, und obgleich er kein hohes Alter erreicht hat, hat er dennoch Jahrzehnte gelebt, beglückt durch das hohe Ansehen, dessen er in der gelehrten Welt sich erfreute, geehrt durch die Freundschaft der Besten. Von ihm gilt, was er von Skaliger, seinem Heros, so schön sagt: ״Um Gunst zu gewinnen, brauchte er sich nicht zu bücken, und er brauchte sich rricht ilt die Brust zu lversen, um seine Würde zu behaupten." Und er hätte sich auch nicht bücken köniren. Er war grad und wahrhaftig, und wer mit Ueberzeugungen einen Schacher trieb, den stieß er von sich, auch >venn er ihm ans Herz gewachsen war, wenn er selbst dabei aus tiefer Wunde blutete. Er gehörte dem Judenthum nicht nur, wie so viele deutsche Gelehrte, durch seine Geburt an, sondern er gehörte ihm bis zum Tode. Was ihm das Leben erfreulich und ihn uns so erfreulich gemacht hat, wir können es nicht besser bezeichnen, als mit den Worten, welche wir all die Spitze dieses Aufsatzes gesetzt haben, er war: religioni et Musis amicus.