Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1881)
- Article
- Der Arabarch Nikanor in der ersten Kaiserzeit
- Date
- 1881-05-01
- Page
- Seite 206 (sequence 5)
- Language
- German
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206 Ein Arabarch Nikanor in dar ersten Kaiscrzeit. statt 18. Der Tempelbau wurde also in Herodes' I8t. Regierungsjahr unternommen und dauerte — so weit es den inneru Tempel betraf — ein und ein halbes Jahr (das. XV, 11,6) zov dt vaor <ha zwv ulxodof.1tj0svzo^ iv (rucrzoi xai ßrjßiv . . ItQtwv, d. h. also die Vollendung im vorchr. I. 18. Bei der Vollendung wurden doch auch die Thürflügel des Nikanor- Thores eingehängt, von dem Spender Nikanor selbst überbracht. Sie waren gewiß vorher bestellt, wahrscheinlich zur Zeit der Unternehmung des Tempelbaues. Dieser Arabarch fungirte also jedenfalls im Jahre 20, in der Zeit als Strabo die bedeutende Stellung des Arabarchen in Aegypten kennen gelernt hatte. Strabo kann also von diesem Arabarchen berichtet haben oder von dessem Vorgänger. Nikanor sangirte demnach unter Augnstus, und er war also einer der Arabarchen, welche in Augustus' Zeit starben. Wir dürfen also Nikanor zu den mit Namen genannten Arabarchen aus der Zeit der ersten Kaiser hinzufügen. Wie sein reichbegüterter späterer Nachfolger Alexander Lysimachos seine Anhäirglichkeit an das Judenthum und an den in Jerusalein prangenden Tempel durch die reiche Belegung der äußern und inneren Tempelpforten mit Silber und Gold bekundet hat, so hat Nikanor noch vor ihm dasselbe durch das reiche Geschenk der Thorflügel aus korinthischem Erz bethätigt. Die ägyptischen und alexandrinischen Judaer hatten aus alter Zeit einen eigenen Tempel in Onion, in welche!» bis zu dessen Schließung durch Vespasian (um 73) geopfert wurde. Dis Arabarchen, welche von dem Sohn. des Hohenpriesters Onias III. abstammten, ivaren wahrscheinlich die geborenen Hohenpriester des Onias- Tempels. Nichts desto weniger ehrten sie das Heiligthum in Jerusalem. Es ist ein unwiderleglicher Beweis für das feste Zusammenhalten der Jndäer in allen Orten der Diaspora. Sie betrachteten sämmtlich den Tempel in Jerusalem als ihren Mittelpnnkt und als ihr Herzblatt.