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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-02-01 · Heft 2 (Februar 1881) · p. Seite 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 2 (Februar 1881)
Article
[Rezension]
Date
1881-02-01
Page
Seite 85 (sequence 1)
Language
German
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Necension. 85 Becensto». 3lief e r m a n b cf D1\ M. S. Tosesta nach den Erfurter und Wiener Handschriften mit Parallelstellen und Varianten, Pasewalk 1680. Einen größer» Glnckswechscl kann wohl kein Alensch ersahreu, als wenn er aus einem ebenso dunkle», wie dumchm Souterrain, wo er zur Miethe gewohnt, in sein eigenes, ans hohen und Hellen Räumen bestehendes Hans einziehen darf. Und daß nitd; Bücher, die gleich den Menschen ihre eigenen Schicksale haben, eines solch glücklichen Looses sich erfreuen können, dafür liefert die von allen Freunden der jüdischen Literatur mit inniger Freude begrüßte Anckermandel'sche Tosesta-AnSgabe den herrlichsten Beweis. Denn die Wandlung, welche dieses Schiiftwerk durchgemacht hat, läßt sich durch Nichts kürzer bezeichnen, als daß es seine enge und finstere Kellerwohnung in beni sonst geräumigen Gebäude des Akfassi mit der behaglichen und bequemen im eigenen Hanse vertauscht hat. Hub diese äußerliche Wandlung ist hoch bedeutsam für das innere Wesen dieses halachischen Werkes. Man sieht es der Tosesta nicht bloS an dem ärmlichen Kleide, das sie von jeher getragen, sondern auch an den ungelenkigen Gliedern sehr deutlich an, daß sie schon in der frühesten Kindheit auf all jene Liebe und Pflege verzichten mußte, ohne welche kein Seelen- und kein Geistesleben zur höchsten Blnthe, zur vollendeten Form sich zu entfalten vermag. Es mag wohl hart klingen, aber es ist und bleibt dennoch wahr, daß die Tosesta von ihren eigenen Eltern stiefmütterlich behanbeit wurde; denn alle Unbilden, die sie in der Fremde erlitten, hatten ihr nicht den Stempel solch großer Verwahrlosung aufzu-

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