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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-02-01 · Heft 2 (Februar 1881) · p. Seite 81

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 2 (Februar 1881)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1881-02-01
Page
Seite 81 (sequence 4)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 81 gehe hinaus aus dieser Stadt, du und Baruch; denn ich will sie zerstören, der vielen Sünden wegen, die das Volk begeht, das darin wohnt. Beeile dich übrigens hinauszugehen, dast dich das Heer der Chaldäer, das heranrnckt die Stadt jit zerstören, nicht erreiche." Und Jeremia sprach zu Gott: ״Erlange wir, o Herr, das; ich ein Wort vor dir spreche." Und der Herr sagte: sprich! Und Jeremia sagte: ״O Herr! Wenn du diese Stadt in die Hände der Chaldäer giebst, so werden ne sich rühmen, durch eigene Macht die Stadt besiegt zu habe». Daher zerstöre du lieber mit eigener Hand, o Herr, diese Stadt, wenn du sie wirklich zerstören willst." Und Gott sprach: .,Du gehe hinaus! und sie werden sich dessen auch nicht rühmen; den», weit» ich nicht die Thüre der Stadt össnen werde, sie selbst werden es nie vermögen. Gehe dn inrr hinaus mit Baruch! rrnd ich jage dir: nur sechs Uhr in der Aacht sollet ihr an den Thoren der Stadt sein, daniit dn siehst, daß die Chaldäer sie nicht ösfueit können, wenn ich sie selbst nicht öffne." Bei diesen .Worten verschwand der Herr, und Jeremia ging zu Baruch, um ihm alles das mitzutheilen, was er von cäott vernommen. Sie gingen beide in den Tempel, knieten nieder zum Gebet, und vergossen mehrere Stunden lang bittere Thränen. Darauf gingen sie um die sechste Stunde der Nacht zu den Mauern der Stadt, wie es ihnen der Herr geboten hatte. Dort hörten sie plötzlich Posauuenstöße, und eS stiegen Engel vom Himmel herunter, die brennende Fackeln in den Händen hielten, und stellten sich auf die Blauer. Als sie Jeremia sah, weinte er und sprach : ״Jetzt sehe ich, das; das Wort des Herrn in Erfüllung geht." Darauf bat er die Engel, sie möchten noch ein Wenig mit der Zerstöruug der Stadt warten, da er zuvor noch mit Gott sprechen wolle. (-Fortsetzung folqt.1 Graey, MourMchrift XXX. S. G

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