Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1881)
- Article
- Zur Geschichte der nachexilischen Hohenpriester
- Date
- 1881-02-01
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
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50 Zur Geschrchtc der irachcxilischen Hohenpriester. nahm« für die zwei theoretischen Auslegungen des JudenthnniL Wind gesiiet und Sturm geerntet. Sie haben durch die von ihnen genährte Zwietracht die Römer herbeigezogen und muhten j zuletzt dein gewissenlosen Nömerknecht HerodeS weichen. Daraus folgten acht und zwanzig wähl- oder absetzbare Hohe- I Priester i» dem Zeitraum eines Jahrhunderts. Diese standen 8 nicht mehr an der Spitze, statten aber doch als die eigentlich,» § Aristokraten grasten Einftnst, den sie meistens durch Anlehnung ss an die Machthaber erlangten und behaupteten. Dadurch waren-s! die Hohepriester zuletzt so nüstliebig, das; der Talmud, dieser׳' Gewissen des Volker-, ohne Weiteres hinstellt, ein kenntnißreicher Bastard sei einem Hohenpriester vorzuziehen. Die Geschichte der Hohenpriester ist trotzdem noch nicht so erschöpfend behandelt, daß ne nicht durch!orgsältige Benutzung der Notizen im Talmud iiber Einzelne von ihnen scharfer beleuchtet uird vermehrt werden könnte. Hier sollen - die Aachrichten über vier der absetzbaren Hoheirpriester zusammengetragon werden. I. M a t l h i a st. T h e o p h i l I. Hcrodes war der erste, ivelcher nach Beseitigung der Haimonäiichen Fürsten den ersten besten Priester zum Range eines Hohenpriesters erhob, um ihn bei Gelegenheit wieder bei Seite zu schieben. Er vernried es aber, einheimische Priester zu wühlen, da diese in ihrer, mein! auch belehnten Würde ihm durch Oppositiou unangenehm hätten werden tönneu. Er verfolgte bei der Wahl politische Berechuuug, wert die einheimischen Priester An- Hang im Volke halten, mit den angesehenen Familien verschwägert waren, von denen lnanche durch HerodeS' Gewaltherrschast gelitten hatten. Sie Hütten die Unzufriedenen um sich schaaren können. Die Ausländischen dagegen, welche ohne Anhang irr Jerusalem waren, mußten sich an ihn anlehnen, seine Politik nnlerstützeu, oder dürsten wenigstens sie nicht durchkreuzen. Er