Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-10-01
- Page
- Seite 471 (sequence 20)
- Language
- German
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im ehemaligen tzerzogthum Ostfranlen. 471 Opfer nicht hat, vill weniger mit Schmach der Toten Körper qedienet ist •)." Am 15. März 1578 meinte K. Rudolph in einem an den Bischof, daß es denn endlich doch an der Zeit wäre, diesen Klagen ein Ende zu machen. Der vom Bischof beabsichtigte Prozeßweg würde die Frage nur in die Länge ziehen und außerdem mit groben Kosten verbunden sein. In dem am 18. Juni abgegangenen Antwortsschreiben des Bischofs nennt dieser die Juden ״keck," weil sie den Kaiser noch weiter mit dieser Auge- '1 Bisch. Julius hat sich durch die Aufführung des nach ihm benannten Spitals um die leidende Menschheit ein Verdienst erworben, das» ihn unsterblich machte. Nichtsdestoweniger war die Besit;nah1ne von dem den Juden zu Eigerithum gewordenen Friedhöfe ein Gewaltact. Lediglich als Beweis dafür, das; Bisch. Julius nicht nur gegen die Jntensionen der Juden handelte, seien hier einige Stellen aus der Abhandlung des leider so früh verstorbenen Oberbibliolhelais Dr. Ruland über Francicus Modius wiedergegeben. ...... In eben diesem Codex findet sich jedoch auch eine Ausschreibung, die mit der sonstigen Dankbarkeit des Modius gegen seine Wohlthäter in einem eigenen Contraste steht .... Cs findet sich aus der inneren Seite des Bändchens eine Geheimschrift bestehend aus vier Zeilen und folgenden Worten: In Juliano hospitali oinnes maleficae adulterae merctrices fcre et fabri ferrarii lignarii et oimies laborant pro fratribus ipsius episcopi Echtcris (»ui ea ratione facile possunt «t faciunt inagnifica in agris pallacia edificare. Jin Juliusspital arbeitet auch alles schlechte Zeug, was man da aufnimmt, für die Brüder des Fürsten; die haben leicht Paläste bauen, denn wo Alles für Einen arbeitet, ist leicht reich werden." Modius, der diese Bemerkung machte, war sonst einer der vielen Lobredner des Bischofs. Ferner heißt es in derselben Abhandlung: ״ . . . Vorerst vergesse man nicht, daß unser Julius, den wir heute vergöttern, seiner Zeit keineswegs eine so beliebte Person war, sondern Feinde innerhalb und außerhalb seines Landes hatte, die ihn bis in den Tod. sa noch nach dem Tode bitter haßten. Es war dieses der Adel, den er in seine ihm gebührende Schranken zurückwies, der eigene höhere Clerus, den er tüchtig reformirte, und endlich Jene, denen er durch Bekämpfung der Reformation, undunerbittlich strenge Einführung der alten catholischcn Lehre wehe gethan." Man sieht also, daß nicht allem die Juden mit ihm unzufrieden waren.