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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-10-01 · Heft 10 (Oktober 1880) · p. Seite 468

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 10 (Oktober 1880)
Article
Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
Date
1880-10-01
Page
Seite 468 (sequence 17)
Language
German
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468 Ein Beitrag zur Geschichte der Juden Wenn man sagt, (m der Beschwerde) daß er seinen Christen den Handel mit Juden untersagen solle, so weise er auf die Ueberredungskunst der Juden hin. Es sei richtig, daß er alle Schulden sammt Zinsen arrestire, allein auch hierin habe er bisher ״Mitlaid" geübt. Nachdein er jeden Handel mit Christen ihnen untersagt hat, hätte er auch die ״gepürlichen" Ausstände einziehen können, er habe aber nur die ״ungepurlichen" eiugezogen und die gepürlichen für die Zukunft untersag!. Im Nebligen meint er »die melt ist groß i'iio Weidt genug" und die von ihm ausgewiesrnen Juden wurde» wohl irgendwo sich niederlassen können. Bezüglich der Klagen des Adels erinnert der Bisch, vor Allem daran, daß die Adelsgüter kau!» den 6. Theil des Herzogthums ausmachen. Wollen die adeligeir Herren Juden haben, so sollen sie diese auch erhalten *); er könne nicht dulden, daß sie sein Land mit Wucher überziehen. Seine weiteren Ausführungen sind im Allgemeinen eine Wiederholung des Bisherigen, Berufung aus Privilegien, aus seine Macht u. j. w. Schließlich bittet er um Belastung bei seinen Verordnungen nicht nur, sondern auch um Unterstützung in der Ausführung derselben. Kaiser Maximilian scheint in dieser Frage keine weiteren Schritte gethan zu haben; bald daraus starb er, und wurde Rudolph zum Kaiser erwählt. Am l6. Oktober 1576 ergeht von diesem ein kurzes aber ernstes Schreiben an Julius des Inhalts: er möge ihn» über die Judeuverhältniste in seinem Lande Bericht erstatten, damit er (der Kaiser) dann verordnen könne. Bis dahin solle er Alles meiden, was zu Beschwerden Anlaß geben könnte. Unter den bereits eingelaufenen Beschwerden, die der Kaiser dem ') Der Bisch, meint ferner, er hätte den Adeligen gegenüber zuvorkommend genug gehandelt, indem er überhaupt Juden in ihren Gebieten wohnen bleiben lieh. Nach dem von Ferdinand erhaltenen Privileg hätte er auch dies« ausweisen können.

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