Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-10-01
- Page
- Seite 457 (sequence 6)
- Language
- German
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im ehemaligen Herzoglhum Ostfranken. 457 sofern er 14 Tage vor Weihnachten den Wunsch des Rückkaufs dem nunmehrigen Besitzer derselben anzeigt. 14 Tage nach vollzogener Anzeige, also zu Weihnachten fallen dann die betr. Erträgnisie wieder an den Verkäufer zurück. Der mehrsrwähnte Kirchhof lag an der Stelle, an der heute daZ Jniiusspital steht'), Der Abbruch und die anderweitige Verwerthung desselben durch Bisch. Julius führten zu langen, erfolglosen Prozessen der Juden gegen diesen Bischof, wie wir dies weiterhin ausführlicher erörtern werden. Unter Bisch. Gottfried bildet sich in Würzburg wieder eine ansehnliche jüdische Gemeinde. In! I. 1457 wird dieselbe dein Rothenburger Nabbinate zugetheilt, wie es scheint, auf ihr Ansuchen. Wer damals Rabbiner zu Rothenburg gewesen, läßt die Ernennung desselben zum Rabbiner über Würzburg nicht erkenneu. Das betr. Schriftstück lautet: Wir k.an Jacob Jnd zu Rotenburg. Nach dem vnnser Judischhent In vnnserm Stifft durch vnnser vorfaren seyligen begnadet vnd gefreyet sein *) also das sie einen Judeumeister das man ׳Nennet einen Naby In vnnser Etat Wirtzpurg haben sollen vnd mögen der sie vmb ire gebrechen wue sie die gewinnen mit jüdischem rechten entscheiden möge Rach Inhalt der freyheit darüber sagen, vnd wann sie aber zu disem male keinen Raby zu wirtzpurg gehabe» mögen, beuelhen mir dir solche ampt vnd sachen zu Handelen vnd darinnen zu thun '1 Die verschiedenartigen Bcnennnngen dieses Kirchhofs, als ,.Freilhos." ״Kirchhof," ״Garte» und Behausung, genannt der Juden-Äirchhof" legen zwar die Vermuthung nahe, daß cs außer dem wirklichen jüd. Friedhöfe auch noch einen anderen Plag gegeben, der den Namen Freithof!c. hatte, allein so oft dieses Grundstück näher bezeichnet wird, heißt es: ״in der Pleichach gelegen." In diesem Stadtviertel aber lag der jüd. Friedhof. '1 Bezieht sich auf die von Bisch. Gotfricd im I. 1444 gegebene Freiung, derzufolgc sogar der jüd. Grundbesitz ״von Stcver vnd Bet" frei sein soll.