Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1880)
- Article
- José da Silva, ein tragisches Opfer der Inquisition im achtzehnten Jahrhundert
- Date
- 1880-06-01
- Page
- Seite 256 (sequence 16)
- Language
- German
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25C Josö da Silva, ein tragisches Opfer darin unter der Rubrik: Pessoas relaxudas em carne (Personen Icbcab zurückgestellt)') ״Nr. 7, 34 Jahre alt. Antonio Jos,'; da Silva (christiiuias novus) Advocat, geboren zu Rio de Jancira, wohut im westlichen Lissabon, freigesprochen vom Verbrechen des JndaisirenS in« /ruto <la tö in der Kirche St. Dominique zu Lissabon arn 13. Oktober 1726. Neuerdings überführt, lügrichast und in die alte Siinde zurnckfallend." Am 19. Oktober 17:i1׳ sah man einherschreiten, gefolgt von einem Beichtvater und der Brüderschaft der Milde (Imandud da Miscricorda) (wahrscheinlich aus Euphemismus so genannt), einen Mann von initllerer Statur, mager, von weißer Gesichtsfarbe, dunklem kurzem Haare, bekleidet mit einem gelben san-beuito mit rothen Flrnnineu und Tettselssignren, und eine Wachskerze in der Hand hallend. Es ivar der ungliickliche Antonio, der mit der Entsagung und dein Mnthe eines Märtyrers, feste»; Schrittes dem Tode entgegenging. Die ausgesuchteste Schurkerei der Inquisitoren wollte ihm noch mehr Schrecken einflößen, indem sie dessen Frau und Mutter seiner Todesstrafe beiznwohneil zwang. Ja wohl, sie verstanden es nur zu gut, Martern zu erfinden, die heiligen Diener des heiligen Ossicium; alles war ja heilig bei diesen Ungeheueril. Da Antonio Josö als judaisirend vernrtheilt wurde, so wurde er erst erwürgt und dann verbrannt. Man erwies ihm damit eine Gnade. Denn wenii er als Jude vernrtheilt worden wäre, würde er lebend verbrannt worden sein. So endete Antonio, ein Opfer der blutdürstigen Jnquisi tion. Aber der Haß der Inquisition sollte »och den Tobten treffen. Als man nändich eine GesainnttauSgabe seiner Op6h Auch dieser Ausdruck der Inquisition war eine elende Lüg«; den» er wurde dann erst der weltlichen Macht ausgeliefcrt, d. h. er wurde getobtet.