Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1880)
- Article
- José da Silva, ein tragisches Opfer der Inquisition im achtzehnten Jahrhundert
- Date
- 1880-06-01
- Page
- Seite 253 (sequence 13)
- Language
- German
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der Inquisition int achtzehnten Jahrhundert. 253 hinreichend, das Todesurtheil über ihn zu verhängen. Bon dem Inquisitor Theotonio da Fonseca Santo Maior um sein Permögen befragt, antwortete Antonio, daß im Augenblicke seiner Gefangenschaft er bei sich nichts hatte, daß sein kostbares Möbel die Bibliothek war, wovon einige Werke seinem Bruder Balthazar Rodrigo gehörten. Seine persönlichen Leiden wurden noch dadurch vergrößert, daß seine Frau und seine Mutter der Tortur unterworfen wurden. Leonore, seine Frau, wurde vier Monate nach ihrer Gesangennahine von den Glaube ns richtern geladen. Vom 5. October 1737 bis zum 28. Februar 1738 seufzte sie in der Finsterniß des Kerkers, ohne den Grund zu erfahren. Von neue»! am 15 März befragt, beharrte sie fest darauf, daß sie sich keiner Schuld betoußt sei. Hierauf wird sie als ketzerisch, abtrünnig und ungläubig erklärt und am 10. October 1739 endete sie ihr Leben, wie es ihrer Schwiegermutter am 28. September desselben Jahres ergangen war. Als uun auch Antonio vor dem Inquisitor Theotonio da Fonseco Santo Maior gerufen wurde, widerlegte er alle Anschirldigungen. Er behauptete, daß er seit der Abschwörung des Glaubens (des jüdischen) der katholischen Kirche treu gewesen sei, daß er jede auch nur theilweise verdächtige Gesellschaft gemieden, wie dies ja ehrwürdige Personen bezeugen könnten. Da sie selbst das Widersprechende in de» Zeugenaussagen sahen, suchten sie durch Schrneicheleien und verführerische Redensarten ihn zu verstricken; aber er war nicht mehr der unerfahrene junge Mann, wie vor 13 Jahren, der seine Eltern und Freunde verrathen hatte; Ueberlegung und harte Prüfungen hatten seine Vorsicht geschärft. Aber es wollte nichts fruchten; man erklärte trotzdem, daß er an einem gewissen Tage, an einem g e w i ssen Orte und mit gewissen Personen, die den mosaischen