Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1880)
- Article
- José da Silva, ein tragisches Opfer der Inquisition im achtzehnten Jahrhundert
- Date
- 1880-06-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
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242 ftofe da Silva, ein tragisches Opfer gegen die Mutter Antonio's eingeleitet, die zur Fnlge hatte, daß sie nach Liffabon gebracht und in das Gesängniß der Inquisition geworfen wurde. Da ihr Gemahl nicht io weit van ihr entfernt sein wollte, ging er mit seinen drei Söhnen nach Lissabon. Bis zum 9. Juli 1713 blieb die Mutter im Gesängniß und dann, nachdem sie öffentlich Buße gcthait hatte, kam sie mit der Kirche versöhnt (,-eoomilnuln) aus dem Gesängniß. So waren die Eindrücke Antonio's schon in der zartesten Kindheit voll von den Schreckeit des Fanatismus, und daraus erklärt sich fein Talent zur Komik, das mit instinktiver Entrüstung gegen die Inquisition zu Felde zieht. Antonio besuchte die Schulen Lissabons; nachdem er das nöthige Alter erreicht, ließ ihn sein Vater das kanonische Recht an der Universität von Eoimbra studiren. In kurzer Zeit zählte er zu deren hervorragendsten Jüngern. Als er 1720 während der Ferien nach Liffabon kam, wurde seine Mutter zum zweiten Male des Judaisirens angeklagt; inan begnügte sich diesmal aber nicht nur mit der Mutter, man zog auch den Sohn hinein, obwohl letzterer nur wegen einiger satlirischen Gedichte vor die Inquisition geführt wurde. Am 16. August 1726 begann die Untersuchung gegen Antonio, und da er noch minderjährig war, indem er das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte, gab man ihm zum Curator einen gewissen Philipp Nery, der wahrscheinlich ein Subalterner des St. Officium war. Der Jnquisitor Joäo Alvarez Soarez befahl ihm zuerst seinen Bermögeusstand anzugeben. Daraus gab Antonio die etwas bissige Antwort, daß er als ״Kind seiner Eltern bloß Wäsche und die nöthigen Kleider besitze." Nach Martern ohne Zahl, wie sie nur die blutdürstige Inquisition ersinne», koniltc, »vurde er endlich am 23. October 1726 in Freiheit gesetzt, aber unter der Bedingung, daß er fortan ein guter Katholik sein wolle und mit seinen alten und für ihn gefährlichen Bekairntschaften breche; sonst »vürde die