Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 4 (April 1880)
- Article
- Abu'l-Walid Mervan Ibn G'anah's Leben
- Date
- 1880-04-01
- Page
- Seite 157 (sequence 13)
- Language
- German
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Abu'l-Walid Mervan Ibn G'anah's Leben 1c. 1S7 Salomo bell Gabirol geißelt Zaragoza, wohin die Ereignisse ihn schon als Kind gesührt hatten, mit folgenden Versen: ״Mit wem werde ich sprechen, wenn ich erwache? ivem meinen Schmerz verkünden. Wenn es nur einen Menschen gäbe, der Mitleid niit mir hätte, der mich an der Hand faßte! Gerne würde ich mein Herz in seinen Busen ausschütten, ich würde einen Theil meines Kummers ihm mittheilen. Und vielleicht würde ich, indem ich von meine«: Schinerze rede, ein wenig meine Unruhe stillen. Ist es zu wenig unter Menschen zu leben, die «:eine rechte für meine linke Hand nehmen? Begraben bin ich, aber nicht in der Ebene, in meinen: Hause ist mein Grab. Diese Leute ... ihre Vorfahren wären nicht würdig als Hunde, bei meinen Heerdeu zu fein. Sie erröthen nie, es müßte denn sein, das; sie ihr Gesicht mit Schminke putzen. Sie betrachten sich als Riesen, erscheinen mir aber als Heuschrecken." Und wenn wir auch keine allzugroße Wichtigkeit den Aenßerungen eines tiefbetrübten Gemüthes beilegen können, so ist das Urtheil Ibn G'anah's über seine Adoptivstadt weit entfernt, uns gleichgültig zu sein. Er war ein ruhiger und kalter Geist, er war so wenig «in Dichter, daß er selber gesteht, daß er, nachdem er in seiner Jugend sich au einigen Versen versucht hatte, er für immer der Muse den Rücken gewandt, die ihir so verachtet. Wohl spricht er irgendwo von einem Einwohner Zaragoza'S, von Abu Soleiman den Tarakah, den er seinen Freund nennt und Dichters, der 1021 geboren, nichts bedeuten, da er erst 18 Jahre alt war, als im Jahre 1039 der Fall des Wali von Zaragoza den Tod seines Beschützers mit sich brachte.