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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-04-01 · Heft 4 (April 1880) · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 4 (April 1880)
Article
Abu'l-Walid Mervan Ibn G'anah's Leben
Date
1880-04-01
Page
Seite 155 (sequence 11)
Language
German
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Abu'l-Walid Mervan Jbn G'anah's Leben >c. 155 gerückten Alter, als er seine Grammatik abfaßte, kommt er auf die traurigen Ereignisse zurück, die ihn von Cordova entfernt, und man liest noch jetzt zwischen den Zeilen den tiefen Schmerz, den das Andenken an seine Geburtsstadt ihm bereitet. Zaragoza hatte bei weitem nicht die Bedeutung Cordova'S und war von ihr genug weit entfernt, daß der WLli dieser Stadt, Mundhir, ehemals unterthäniger Vasall des Emirs der Gläubigen, seine Unabhängigkeit behaupten und sich über den Souverain, der gegenwärtig den Thron der Ommajjaden besetzte, lustig machen konnte. Mit Ausnahme der gelehrten Juden, die in Folge der Bürgerkriege sich zu gleicher Zeit mit Jbn G'anah vielleicht in diese Gegenden geflüchtet haben, kennt man keinen einzigen Inden aus dem 10. Jahrhundert, der seinen Ursprung aus Zara׳ goza genommen hätte. In Cordova aber waren seit Chasda'i und N. HLnok die Wissenschaft in grösster Blüthe, die Studien in schönster Thätigkeit, die Vereine, wo wisienschaftliche Probleme mit Eifer und oft mit Hintansetzung jeder Rücksicht geführt wnrden, zahlreich und sehr besucht 1). Wir haben bereits der hefti« gen Streitigkeiten zwischen Menahem und Dnnasch Erwähnung gethan, und zwischen den Parteien eines jeden von beiden, woran ein Unrechter Ehrgeiz einen sehr großen Antheil hatte; trotzdem aber läßt es sich nicht wegleugnen, daß man bis in die äußersten Urrbilden hinein, mit denen man einander gegenseitig überhäuft, die strotzende Fülle und Regsamkeit des geistigen Lebens verspürt. In diesem Theile Spaniens Hatto Tortosa, das Vaterland Menahems, und Tarragona, von Edrisi die Judenstadt genannt, vielleicht wegen ihrer Lage am Meere, jüdische Kaufleute herbeigelockt, die durch ihre Kenntniß beider Sprachen, der arabischen und lateinischen oder der entsprechenden Vulgärspräche, nützliche Vermittler zwischen Christ und Muselmann ') Bgl. Gracb, Geschichte der Juden V 345 ff.

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