Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 3 (März 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-03-01
- Page
- Seite 115 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829528-2829532-2871916--19396-2871958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 115 Anträge zur vergleichenden Sagen- und Mädchen- Kunde. (0»«tr«tunn). III. Das sodornitische Nrtheil. Vorwegnehmend nenne ich das Urtheil sodomitisch, nach der Parallele, die der Talmud enthält. Benfey a. a. O. I, p. 391 bis 406 und nach ihm Simrock in der zweiten Auflage der ״Quellen des Shakespeare", I, p. 213—236, theilen eine ganze Reihe eigenthümlicher Urtheile mit, Letzterer auch mit der Absicht, die uns ebenfalls von Shakespeare her so bekannte Schuldvcrschreibung, die dem Gläubiger nach dem Verfalltage das Recht einräumt, seinem Schuldner ein Pfund Fleisch aus dem Leibs zu schneiden, als eine juridische, ans europäischem Boden entsprungene Sage, unabhängig von dem von Benfey behaupteten orientalischen Einflüsse, zu erklären. Aus dieser Reihe theile ich nun eine orientalische Fassung mit, da nur von einer solchen ausgegangen werden darf, wenn wir TalmudischeS damit vergleichen wollen. Am meisten stimmt die aus Lutfullah im Auszug gegebene Erzählung (Benfey a. a. O. 402-3), mit den talmudischen Beispielen überein. ״Im dritten Jahrhundert der Hedschra war in Kairo ein Richter, Mansur ben Mussa. Unter ihm borgte ein Soldat von einem Juden Geld und verschrieb ihm rin Pfund Fleisch. Als er nicht bezahlen kann, will ihn der Jude vor Gericht schleppen; doch er entflieht. Ans der Flucht stößt er auf eine sch man« gere Frau, welche er umstößt, so daß sie eine Fehl ge-