Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1879)
- Article
- Der Pseudo-Messias im 14. Jahrhundert
- Date
- 1879-02-01
- Page
- Seite 83 (sequence 6)
- Language
- German
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Jji Ein Pseudo-Mefsias im 14. Jahrhundert. 83 ן er sich heransnehmen, sich als Vertreter des großen Spnhedrin zu bezeichnen und im majestätischen Plural von sich zn sprechen. Ä Ter Name כוביאק, den Bl ose Botrel im Sendschreiben führte, | bedarf noch der Erklärung. | In welchen! Jahre Mose Botrel als Prophet oder als Elias ,§ oder als Messias ausgetreten ist, läßt sich aus der Erzählung H nicht entscheiden. Im Anfang ist nur angegeben, daß das J anerkennende Schreiben von Chasdai Erescas in! Jahre 5153 I der Welt, 1325 •) seit der Tempelzerstörnug, d. h. 1393 der E chrißl. Zeit eingelaufen sei. Demnach kann Mose Botral seine \i| Schwindeleien lang oder kurz vorher getrieben haben. Die Frage | ist nur, ob er vor dem gewaltigen Jndengemetzel in Spanien 1391 (שנתקנא) oder nachher ausgetreten ist. Es ist auch kein Zweifel, daß der Ehasdai Erescas, von dem die Erzählung und J Geronimo in Verbindung mit diesem Pseudo-Messias sprechen, 'H der berühmte N-eligionspbilosoph ist. Die Erzählung giebt schein- E bar an, als wenn er aus Tunis wäre; im Grunde will es nur p sagen, daß die angelangten Schreiben von Ehasdai Erescas aus! Tunis herübergekommen seien. Erescas mag im Jahre 1395. § ein Jahr nach de»! Gemetzel, eine Reise nach Tunis gemacht $ haben. — Auffallend bleibt es immer, daß dieser erleuchtete sss Denker einem Schwindler Mose Botrael das Wort reden konnte. ■| -- II ') Die jüdischen Chronologen nehme» durchweg die Tempelzerstorung D in, I. 3828 der Wellaera an, d. h. im chrisll. I. 68. Demnach entspricht Ij das I. 1325 seit der Tempelzerstörung tvie das I. 5153 aor. munäi dem si christl. I. 1393. Ungenau bei Jellinek 1392.