Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 453 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 453 Mittheilungen hingegen, d ie minder wichtige Verhältnisse oder gar nur die Angelegenheiten eines Individuums bet ressen, können kaum als Prophetieen angesehen werden'). Freilich wird andererseits die Glaubwürdigkeit auch dieser Erzählungen durch den prophetischen Charakter der gesammten biblischeu Literatur unterstützt. Die strenge Wahrheitsliebe nämlich, welche eine unerläßliche Vorbedingung für dis Erlangung der prophetischen Erkenntnißstufe ist, verleiht allen Erzählungen der prophetischen Schriftsteller, was auch immer ihr Inhalt sein mag, unbedingte Glaubwürdigkeit*). Tie weiteren Ausführungen A. b. D.'s über das Wesen der Prophetie und ihre psychologische Erklärung lehnen sich ihrem Grundgedanken nach wieder an Alfarabi und Jbn-S!na an, und weisen daher zahlreiche Berührungspunkte mit der gleichfalls von jenen arabischen Philosophen beeinflußten Darstellung des M-aimonides auf. Unstreitig bildet auch die von Alfarabi und ') Em. Ram. S. 71 Text: ואש היו משלי אלה החלומות במה שהיה מיוחד לאיש אחד או בדבר חלקי'לא נאמר שהוא נבואה או אש נאמר שבו חלק מנבואה, הנה הוא חלוש מאה ואש היה ברברים הגדולים ומה שיכלול האומות ויתחדש בזמנים הא־וכים הוא חלום של נבואה. MaimonioeS stellt diesen Kanon zwar nicht ausdrück-!ich auf, spricht aber, wie es scheint, aus demselben Gesichtspunkt so untergeordneten Personen wie Hagar, Manoach u. a. einen prophetischen Rang ab, wenn sie auch einmal einer göttlichen Vision gewürdigt worden seien, vgl. More II, 42 gegen Ende. Noch bedeutsamer für seine Auffassung der Prophetie ist die Aeußerung A. b. D.'s, daß es um die Autsnticität der heiligen Schrift schlecht bestellt wäre, wenn sich dieselbe nicht auf Wunder von wirklich geschichtlicher Bedeutung, wie z. B. die des MoseS, gründete. Wunder so privaten Charakters, wie z. B. die von Elia und Elisa berichteten Todtenerweckungen, wären nicht ausreichend gewesen, um die Göttlichkeit der Thora zu beweisen. Em. Ram. S. 80: ,כי התורה, אם היא תלויה במה שירוץ מרוצת תהית בן הצרפיח ובן השונמיח ונפול אש השמימית על שלוחי אהדה בן אחאב, היה המאמר המספק קשה לבטלו. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß A. b. D. mit dieser Aeußerung aus den Charakter der von dem Stifter der- Christentbums berichteten Wunderthaten anspielen will. ’) Ern. Ram. S. 75 Text, deutsche Uebers. S. 94.