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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 10 · p. Seite 445

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
Date
1878-01-01
Page
Seite 445 (sequence 13)
Language
German
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Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden). 445 Alleinherrschaft im Lande zu verschaffen, ebensowenig wie dis völlige Ausrottung der Juden. Die Macht des Kaisers erstreckte sich nicht über das ganze Reich; stets war ein Theil desselben im Aufstande, da die größere Masse der koptischen Abessinier ihrem alten Glauben nicht untreu werden und ihrem Herrscher deffen Abfall von demselben nicht verzeihen wollten. Sicherlich haben diese Aufstände vielen Inden das Leben gerettet, da die Aufständischen in ihnen keine Feinde, sondern Freunde sehen mnßten und sie beschützten. Auch mochten die vielen unzugänglichen Schluchten und Bergspitzen des Landes manchen jüdischen Flüchtlingen Schutz und Sicherheit gegen die Schergen des Kaisers gewähren. Dieser mußte noch bei Lebzeiten den völligen Sturz seines Systems erfahren, sein eigener Sohn und Thronerbe Fasilidas ging zu den Aufständischen über und proclamirte die Wieder- Herstellung des alten Glaubens. SusueoS selbst mußte die Ausübung der koptischen Religion wieder gestatten. Nach seinem Tode schaffte der neue Kaiser Fasilidas den Katholizisnius völlig ab und gestattete wahrscheinlich auch den zwangsweise getauften Juden die Rückkehr zu ihrem väterlichen Glauben. Auch die alte jiidische Herrschaft in Semien wurde, wenn auch mit sehr vermindertem Einflüsse und nicht mit dem früheren Glanze, wieder hergestellt. Etwas Genaueres ist hierüber nicht bekannt. Wahrscheinlich war ein Sproß der jüdischen Königsdynastie dem Gemetzel entronnen und wurde von Fasilidas, mit bedeutend beschänkter Macht, als Fürst wieder eingesetzt. Tie jüdischen Fürsten in Senns n hatten von jetzt au einen bestimmten Tribut, welcher in rohem Silber, Vieh, Kleider und Eisen bestand, an den Kaiser zu entrichten. Sie. scheinen treue Unterthanen ihrer Lehnsherren geblieben zu sein. So ganz unbedeutend muß indessen auch die Macht dieser

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