Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 443 (sequence 11)
- Language
- German
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, Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden). 443 Zuerst fiel die Feste Messiraba nach tapferem Widerstande. Der grausame Susneos ließ die ganze Besatzung über die Klinge springen. Sodann wurden Hotohi und Amba Za-HancnM erobert und deren Bewohner gleichfalls niedergemetzelt. Endlich kam Seganar an die Reihe. Unter dem Befehle eines tüchtigen jüdischen Offiziers und erinuthigt durch die Anwesenheit ihres Königs Gideon, leistete die Besatzung hartnäckigen, jedoch schließsich fruchtlosen Widerstand. Der wackere Konrinandant verschaffte zwar feinem Könige Gelegenheit, ans der Festung zu entkommen, er selbst fiel aber in Vertheidigung feines Postens durch einen Mnsketenschnß; die Bergfeste wurde erobert uub deren Besatzung in gleicher Weise, wie die der übrigen, behandelt. Jetzt war die Macht und der Muth Gideons gebrochen; er knüpfte Unterhandlungen mit dem Kaiser an und mußte den Frieden durch die Auslieferung des Gegenkaisers Amdo erkaufen. Susneos hatte jedoch den Inden den völligen Untergang geschworen und wartete nur auf eine Gelegenheit, seine grausamen Pläne auszuführen. Die Falaschas sollten erst ganz sicher gemacht werden, ehe das Verderben über sie hereinbrach. Es war im Jahre 1620 (nach Marcus sogar erst 1630), Gideon und sein Volk verhielten sich ganz ruhig und ahnten nichts Böses. Sie entbehrten des Schutzes ihrer von Susneos eroberten und besetzt gehaltenen Festungen, als in Folge heimlicher Befehle des Kaisers dessen Truppen plötzlich über die arglosen Juden und deren König herfteleir. Gideon siel und mit ihm Unzählige seines Volkes als Opfer des treulosen Verraths •). Seine großen Schätze, auf die es die Mörder auch abgesehen haben mochten, entgingen ihren räuberischen Händen. Wahrscheinlich hatte sie der König in unzugänglichen Klüften verborgen. Sie sind niemals aufgefunden worden. ') Die Einzelheiten dieser traurigen Katastrophe sind von Bruce, dem ich diese Erzählung entnehme, leider nicht mitgetheilt.