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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 10 · p. Seite 434

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
Date
1878-01-01
Page
Seite 434 (sequence 2)
Language
German
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434 Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden). lich als Christen, denen die Juden durch ihre Tapferkeit und den Schutz ihrer Berge überlegen sind. Tiefe Beschreibung des Tudelaners paßt nicht mehr auf den Großstaat der jüdischen Kaiser von Abessinien, wohl aber auf bas kriegerische jüdische Königreich in Semiön, wie es bis zum Jahre 1620 (oder 1630) bestanden hat. Diese Provinz scheint zu allen Zeiten ein Hauptsitz der Juden gewesen zu sein Dieselbe erstreckt sich östlich von dem Oberlaufe des Takassißflusses in einer Länge von 20 und einer Breite von 3 bis 4 Meilen, sie ist von einem sehr hohen, steilen und schwer zugänglichen Gebirge durchschnitten, von welchem einzelne Höhen bis über 14000 Fuß sich erheben. Dieses Gebirge enthält namentlich Viele der den abessinischen Alpen so eigenthümlichen. isolirteu und unzugänglichen Felskegel — Amba —, die sich vortrefflich zur Anlage befestigter Burgen eignen. Auf einem solchen überaus hohen Felskegel — Amba Gideon bei Bruce, Amba Hay •) bei Marcus, bei den Abessiniern gewöhnlich der Judenfels genannt — lag seit alten Zeiten die Residenz der jüdischen Könige. Der Berg war nach allen Seiten hin schroff abfallend, so daß er schwer zu erklimmen und die Königsburg für einen Feind kaum zugänglich war. Da sich außerdem noch auf der Höhe des Berges ein ausgedehntes Plateau mit Ackerfeldern, Gärten und Quellen befand, so hatte eine zahlreiche Einwohnerschaft und Besatzung stets Nahrungsmittel im Ueberslusse und brauchte eine Belagerung nicht zu fürchten. Außer dieser ihrer Hauptfeste hatten die Juden in Sennsn noch viele andere, in ähnlicher Weise geschützte, starke Felsenburgen, wohin sie sich von ihren, in das ebene Land hinein gemachten, Beutezügen, und, wenn sie das offene Land nicht mehr halten konnten, zurückzogen, ohne daß ihnen die Feinde hier etwas anhaben konnten. ') Die oberste Spitze des Berges Amba-Hay heißt noch jetzt Beth-El. Vgl. Flad: 12 Jahre in Abessinien S. 174.

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