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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 9 · p. Seite 415

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 9
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 415 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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Dir Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 415 der geistigen Intelligenzen zu vergleichen. So erklärt sich die vorsichtige Zurückhaltung, die A. b. D. in seiner Darstellung der Ansichten der ״Philosophen" über den Einfluß der Intelligenzen und Himmelssphären auf die Entstehung der irdischen Dinge beobachtet. Er mag sich zu keiner der von den Philosophen aufgestellten Schöpfungstheorieen bekennen, wenn er auch die Richtigkeit der dabei maßgebenden allgemeinen Gesichtspunkte nicht bestreiten will. Die Beschaffenheit der sublunarischen Welt im Allgemeinen und der in ihr vorhandenen organischen Wesen in's Besondere bedarf zu ihrer Erklärung in der Thal der Annahme von Kräften, die, selber außerhalb der sublunarischen Welt stehend, doch auf gewisse Vorgänge in derselben, wie auf das Entstehen und Vergehen der Organismen, einen bestimmenden Einfluß ausüben. Ebenso kann eine Einwirkung der Himmelskörper und ihrer Konstellationen auf die sublunarische Welt nicht bestritten werden, da uns ja die tägliche Erfahrung schon den Einfluß der Sonne und des Mondes auf die irdischen Dinge erkennen lehrt. Allein die Entstehung der sublunarische,r Welt in ihrer Gesammtheit, wie alles Werden und Geschehen in ihr, mit Alfarabi und Jbn- S!na auf den Einfluß der Himmelskörper und ihrer Konstellatiouen zurückzuführen, das scheint unserem Philosophen allerdings nicht unbedenklich zu sein. Nach dieser Annahme soll nämlich die erste, indifferenzirte Materie, die der Entstehung aller irdischen Dinge und sogar der vier Urelemente zu Grunde liegt'), durch die Bewegung der obersten, der sogenannten geraden, Sphäre ') A. b. D. stellt bei dieser Gelegenheit ein Schema für die im Universum vorhandenen Substanzen auf, nach welchem es sechs verschiedene materielle und eben so viele immaterielle Substanzen geben soll. Diese Eintheilung (Ein. Ram. S. 64 Text, deutsche Uebers. S. 80; S. 11 Text, deutsche Uebers. S. 16) ist in allen ihren Einzelheiten Alfarabi's Principia, Einleit. (Sepher ha-Assiph) S. 1 entlehnt.

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