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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 9 · p. Seite 393

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
Date
1878-01-01
Page
Seite 393 (sequence 9)
Language
German
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Zur Geschichte der Falaschas sabeflinische Juden). 393 Kaiser mit Heeresmacht vertrieben. Delnaäd sei nach Schoa zurückgewichen, wo er sich des Landes bemächtigt, die Einwohner zur christlichen Religion bekehrt und dort ein unabhängiges Königreich gestiftet habe, über welches er und seine Nachkommen über 3 Jahrhunderte lang geherrscht hätten. Saque hätte sich zur Kaiserin von Aethiopien (Abessinien) gemacht und ihren Thron auf ihre jüdische Nachkommenschaft vererbt. Die Juden hätten demnach über 300 Jahren lang über Abessinien geherrscht und sei es erst dem achten Könige von Schoa, Jcltni Amlac oder Tesfa Jesui gelungen, die Juden zu besiegen und sich wieder des Thrones seiner Vorfahren zu bemächtigen. Daß Sague und deren Nachfolger auf den! Kaiserthrone Juden gewesen sind, wird sowohl in Abessinien allgemein geglaubt, als auch von den europäischen Reisenden, welche in neuern Zeiten Abessinien besucht und sich mit) dessen Geschichte beschäftigt haben, angenommen. Die katholischen Geistlichen dagegen, welche das Land im löten und l7ten Jahrhundert besucht haben, theilen zwar auch die Existenz eines selbstständigen jüdischen Staates mit und erzählen, daß derselbe in frii- Hern Zeiten eine größere Ausdehnung besessen habe, allein sie wissen nichts davon, oder wollen nichts davon wissen, daß einst eine jüdische Kaiserdynastie das ganze Reich beherrscht hätte. Auch Ludolf, der in seiner berühmter!, im letzten Viertel des 17ten Jahrhunderts erschienenen Historia Aethiopica zum großen Theile den Berichten jener Männer folgt, hält Sague und deren Nachkommen auch nicht für Juden. Dagegen bezeichnen sowohl der Schotte Bruce, der im vorigen, und die deutschen Reisenden Rüppell und Heuglin, welche in diesem Jahrhunderte Abessinien besucht haben, die Sague und deren Nachkommen ausdrücklich als Juden. Rüppell ') giebt sogar nach einheimischen Chroniken ') Reise in Abessinien Bd. 2, S. 850.

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