Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Lage des Sinai oder Horeb
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 24)
- Language
- German
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360 Die Lage des Sinai oder Horeb. Namen erhallen haben mag) gab es also Quellen und Bäche, wie in der Nachbarschaft des'Araif. Indessen mag diese Vergleichung richtig oder unrichtig sein, zwei Punkte sind als sicher anzunehmen: der positive, daß der Sinai sich in der Nähe von Edom und der Wüste Paran, d. h. in der Nähe von Kadesch befunden haben muß, und der negative, daß er unmöglich innerhalb der Halbinsel zwischen den beiden Golfen gelegen haben, daß er also weder mit dem Serbal noch mit einer der Kuppen des G'ebel-Musa-Gebirges identificirt werden kann. Jrrthümlich ist daher die Annahme Beke's, daß seine Lage in der Nähe der Arabah, östlich vom peträischen Gebirge gewesen sei. Beke beging dabei den etymologischen Schnitzer חרב von ־בה® abzuleiten (a. a. O. p. 195). Der Sinai muß vielmehr weit, weit westlich von der Arabah gelegen haben. Demnach muß auch die Reiseroute der Israeliten zum Sinai und nach Kadesch und von hier bis zur Wendung nach Osten, um das idumäische Gebiet zu umgehen, ganz anders gezeichnet werden. Das Meiste, was Ehers in seiner Schrift: ״durch Gosen zum Sinai" über die Stationen, angeblich mit Vergleichung der Hieroglyphen aufgestellt hat, ist topographische Träumerei. Denn er ging dabei von der Voraussetzung der Wanderung durch die Halbinsel aus, und diese ist durchaus falsch. Die Station Marah mit dem Bitterwasser kann nicht Howara, Wim nicht Gharandel, Dophka nicht das ägyptische Kupferbergwerk Mafka oder Tmafka, Raphidim nicht Feiran sein- — Bei den Stationen auf der Wanderung der Israeliten in den letzten Jahren östlich durch moabitisches Gebiet ist zu berücksichtigen, daß das Gebiet Edym zu verschiedenen Zeiten anders begrenzt war. Zu Salomo's Zeit z. B. reichte es bis Ailat und Ezion-Gaber am Golf von Suez (Könige II, 9, 26); aber zpr Zeit des Exodus kann es nicht eine so weit« Ausdehnung gehabt haben. Daher die Verschiedenheit in den Relationen.