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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 7 · p. Seite 316

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 7
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 316 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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316 Die Religionsphilosophie de» Abraham ibn Daud aus Toledo. blems in der jüdischen Religionsphilosophie überhaupt^ einen entscheidenden Einfluß geübt, es treten die Spuren derselben uns nicht nur bei Bachja ibn Pakuda '), bei Jehuda Halewi und Abraham ibn Daud s), sondern auch in der ausführlichen und für die Kenntniß der mutazilitischen Lehre so wichtigen Darstellung des Maimonides *) entgegen. Die strenge Fassung des monotheistischen Gottesbegriffs in der mutazilitischen Einheitslehre mußte eben einen mächtigen Reiz ausüben auf den Geist der Männer, die es sich zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hatten, den krassen, an Blasphemie grenzenden Vorstellungen über das göttliche Wesen, welche die grobsinnliche Auffassung des Schrift- Wortes auch in jüdischen Kreisen erzeugt hatte"), entgegenzutreten. Die jüdische Religionsphilosophie des Mittelalters bildet in dieser Beziehung einen erfreulichen Gegensatz zu der vom Volksglauben sich vornehm abwendenden theologischen Geheimlehre, wie sie uns z. B. in der mittelalterlichen Scholastik engegentritt. Wie ein frischer, erquickender Luftzug hat die jüdische Religionsphilosophie auf das geistige Leben und die Gesammtentwicklung des Judeuthums gewirkt durch ihr nie verleugnstes Streben, den Volksgeist aus dem Bann des dumpfen Buchstabenglaubens zu befreien und bis in die tiefsten Schichten des Volkes hinein eine aufgeklärtere und vernunftgemäßere Auffassung der jüdischeil Religionslehren zu verbreiten. Dr. Guttmann. ('!}ortfciunfl fdlflt.) *) Herzenspflichten I, 10, wo Saadia auch ausdrücklich als Quelle citirt wird. *) Kosari II, 2. s) dm. Ram. S. 51—57 Text, deutsche Uebers. S. 65—72. '1 More 1, 50-62. *) lieber die in der Äaonenzeit aufgekommene Mystik (Schiur-Komahj und deren abenteuerliche Vorstellungen vgl. Grätz. Gesch. d. Juden V. Band. S. 231 (1. Aufl.j.

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