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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 6 · p. Seite 279

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 6
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 279 (sequence 18)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 279 Ortes'). Es wäre falsch, aus der Gleichmäßigkeit und ununter- Lrochenen Dauer ihrer Bewegungen auf die Bewußtlosigkeit und Unfreiheit derselben zu schließen. Der Wechsel, den wir allerdings an den Bewegungen der mit Bewußtsein begabten Wesen sonst wahrnehmen, beruht nämlich nicht auf einem Vorzug, sondern auf einem Mangel derselben, und zwar auf dem nur r el a t i v e n Werth der von ihnen angestrebten Ziele, die eben darum dem Wechsel unterliegen, weil sie nicht zu aller Zeit gleich erstrebenswerth sind. Zuweilen wird die Entscheidung über die Wahl unserer Ziele auch durch eine Täuschung des Intellekts beeinflußt, der uns Etwas als erstrebenswerth darstellt, was sich später in seiner Werthlosigkeit offenbart und darum aufhört, das Ziel unseres Strebens zu sein; auch die Erlahmung der zur Erreichung eines bestimmten Zieles erforderlichen Willenskraft oder die Erkenntniß unserer Unfähigkeit zur Ueberwindung der uns entgegentretenden äußeren Hindernisse kann uns veranlaffen, ein in's Auge gefaßtes Ziel aufzugeben. Nach dem Ausspruche eines Weisen hat deshalb die beste Entscheidung in der Wahl seiner Ziele derjenige getroffen, der sich mit den von der Natur selber gesteckten Zielen im Einklang befindet (weil nämlich diese Ziele keinem Wechsel unterliegen). Daß aber die Himmelskörper sich für ihre Bewegungen in der That mit Bewußtsein entscheiden, das geht schon aus der Art ihrer Bewegung, nämlich der Kreisbewegung, hervor; denn die unbewußten, wie die natürlichen (d. i. die der Elemente) oder mechanischen, Bewegungen gehen immer nach einer bestimmten Richtung und kehren niemals wie die Kreisbewegung in sich selbst zurück 2). Man könnte gegen diese bei den Philosophen übliche Beweisführung vielleicht den Einwand erheben, es sei nicht abzusehen, warum es nicht ebenso gut, wie es im Wesen der geradlinigen ') Maimonides. More II, 4. *) Jbn-Stua. Schahrest. II. S. 290.

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