Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Arles
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 2)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Arles. 249 der engsten Verbindung und empfingen von da wie von dort vielfache geistige Anregungen. Dafür spricht die Korrespondenz, welche die Gelehrten von Arles mit denen von Italien unterhielten '). Kalonymos aus Lucca, ein angesehener synagogaler Dichter und Gesetzeslehrer, der in der zweiten Hälfte oder in der Mitte des zehnten Jahrhunderts geblüht hat* *), richtete auf eine an ihn in einer civilrechtlichen Angelegenheit ergangene Anfrage ein Rechtsgutachten an R. Moses, einen Gesetzeslehrer aus A r l e s *). ') Bei den Beziehnungen der Kalonymiden zu oen Gelehrten von Arles hielt ich es für angemessen, bei der Besprechung der ersteren länger zu verweilen. י) Sein Zeitalter ergiebt sich aus dem seines Sohnes v. weiter. •) Mardochai Schebuot c. 7. רבינו קלונימום כתשובחו לחרב רבי משה מארלד. So lesen alle mir bekannten Editionen und darunter ed. Riva. Dagegen liest eine Handschrift der Pester Nationalbibliothek מארלך und eine der Wiener Bibliothek מאורלך. S. Kohn in der Monatsschrift 1878 p. 144, vermuthet Erlach. Allein es giebt nur zahlreiche kleine Dörfer dieses Namens und einen unbedeutenden Flecken in der Schweiz. Beide LA. sich sicherlich nur Corruptele. Das Responsum selbst ist vollständig in den Rga. der Geonim ed. Berlin Nr. 107, die wie Nr. 106—-118 die Ueberschrist Kalonymos trägt. Letzterer und der im Mardochai citirte sind also identisch. Rapoport Vorwort das. hält diesen Kalonymos für den aus Lue ca. Dafür spricht auch der Umstand, daß das. seine Gutachten mit denen des R. Meschullam, der kein anderer als der Sohn des Kalonymos ist, zusammengestettt sind, dem Nr. 119—152 größtentheils gehören. Aus diesem Umstande erklärt sich auch die häufige Verwechselung der Gutachten beider. So wird Nr. 152 in der Sammlung dem Meschullam zugeschrieben im Sefer haittur I. ed. Lemberg p. 44 a. und daraus Mardochai Ketubot 6.10 dagegen Kalonymos aus Lucca vindicirt. Nr. 115 ist sicherlich besten Glossen zu Menachot p. 109 b. entlehnt, auf die sich die Tostafot das. berufen, die Kalonymos Vater des R. Meschullam als Autor nennen, während Raschi Sebachim p. 45 b. Meschullam b. Kalonymos nennt. Der in der Sammlung der Rga. ed. Berlin genannte Kalonymos und folglich auch der im Mardochai citirte Correspondent des R. Moses aus Arles ist ohne Zweifel der aus Lucca und nicht Kalonymos b. Schabtai aus Rom, wie Zunz, Literaturgeschichte der synag. Poesien p. 250, behauptet. Von RapoporLs