Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829506-2870624--18131-2870679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recensionen. 23S unerhört mar, ohne vorhergehenden Beschneidnngsact Proselyten in's Jndenthum aufzunehmen. Doch, wie gesagt, Rabbi Jehudah Hannasi that seinen Machtspruch, und jeder Widerspruch verstummte von neuen«. In« ganzen Mittelalter stellte natürlich Niemand die Verbindlichkeit der Milah für den Proselyten in Frage. Zum erstenmale wieder ließ vor etwa 250 Jahren der Venetianer Rabbiner Leon Modena in seinen« קול ם2ל sich dahin vernehmen, daß Proselyten auch ohne Beschneidung, in's Judenthum ausgenommen werden könnten und sollten. So könnte man denn, also meinte ich in meinem GA., in Uebereinstimmung mit Josua den Chananjah, Jehuda bar Jlai und Leon Modena auch wohl in unserer Zeit für die Aufnahme von solchen G-erim sich erklären, die das Bundeszeichen sich nicht angeeignet haben. Selbst Rabbiner der Gegenwart, welche aus den vier Ellen der Halachah nicht heraustreten wollen, könnten damit sich aussöhnen, wenn sie die unbeschnitten gebliebenen Proselyten als bloße Gere Toschab betrachten würden, und die Nachkommen derselben, erzeugt aus ehelichen Verbindungen mit Jüdinnen, wären doch auch in ihren Augen ישראלים!:מורים. Allerdings lehrt der Talmud, daß seit dem Aufhören des Justitus der Jobeijahre keine Gere Toschab mehr ausgenommen werden. Aber einige mittelalterliche Gesetzeslehrer wollen trotzdem unter Umständen die Zulassung Solcher für möglich halten. Nun kommt allerdings noch die Erwägung hinzu, ob man nicht die jüdische Race möglichst rein erhalten solle, und ob nicht durch die Forderung der Milah für den Proselyten den massenhafter! Eintritt von Nichtisraeliten ein starker Riegel vorgeschoben sei. Ich habe keinen Anlaß gehabt, mich darüber des Weitern auszusprecheu, sondern habe in dieser Hinsicht nur kurze Andeutungen gemacht. Und so will ich auch hier nur so viel beifügen, daß vorläufig noch lange nicht an einen massenhaften Eintritt von Nichtjnden in unsere religiöse Genreinschaft zu