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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 5 · p. Seite 208

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 5
Article
Die Tempelpsalmen
Date
1878-01-01
Page
Seite 208 (sequence 2)
Language
German
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268 Die Religionsphilofophie des Abraham ibn Daad aus Toledo. animalischen Seelenkräften ist, kommen die so merkwürdigen, manchen Thieren eigenthümlichen Verrichtungen zn Stande. So erzeugt der Purpurwurm durch sie aus dem Ueberschuß seiner Nahrung die mandelförmigen Gebilde, die Biene die Waben aus dem Honigseim. Man muß sich jedoch hüten, die Verricht- Ungen dieses animalischen Seelenvermögens etwa denen der menschlichen Vernunft gleichzusetzen. Denn während die menschliche Vernunft befähigt ist, immer neue Erfindungen zu machen und sich zur Ausführung der von ihr ersonnenen Schöpfungen der mannigfachsten Stoffe zu bedienen, also eine Wabe z. B. je nach Belieben aus Wachs, oder auch aus Gold, Silber, Eisen, Holz oder Stein herzustellen, bleibt das Thier immer nur auf eine Verrichtung und zur Ausführung derselben auf ein einziges Material beschränkt'). Der Mensch /handelt eben, wenigstens solange als er seiner Sinne mächtig ist, mit Bewußtsein und setzt sich selber seine Zwecke, während das Thier sich seiner Handlungen nicht bewußt ist und selber die Zwecke nicht kennt, deren Erfüllung es im Dienste höherer Mächte stehend mit der größten Emsigkeit und Beharrlichkeit betreibt. Darin unterscheidet sich das Thier kaum in irgend Etwas von der Pflanze. Wie die Entwicklung der Pflanzen stets unverändert innerhalb bestimmter Grenzen verläuft, wie diese in ihren Formen und Gestalten, in Blättern und Blüthen, in Farben und Gerüchen stets eine gewisse Gleichartigkeit und den ihnen eigenen Gattungscharakter bewahren, so daß in dieser unbewußten und doch so zweckvollen Entwicklung unverkennbar der Einfluß höherer, bewußter Mächte zu Tage tritt, so muß auch die instinktive Thätigkeit der animalischen Wesen durch eine ähnliche Einwirkung höherer Mächte erklärt werden. Den Stoff für ihre Thätigkeit nimmt die Einbildungskraft aus dem im ') Selbstverständlich ist hier nur von der praktischen Vernunft die Rede. Vgl. Zeller, Philos. d. Griechen IL 2. Abth. S. 450 Anm. 1.

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