Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Arles
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 3)
- Language
- German
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132 Zur Geschichte Ver Juden m Arles. wollte und daher diese peinliche Angelegenheit in gütiger Weise erledigte. Cäsarius kehrte auf seinen Bischofssitz zurück und richtete nun seine Thätigkeit darauf, die Ketzerei auszurotten und Klöster zu errichten. Arles, die alte Pflanzstätte griechisch-römischer Cultur, wurde der Sitz zahlreicher Mönche und Nonnen und erhielt mit einem Male einen andern Charakter. Um 535 kam Arles, wie der größte Theil des südlichen Galliens in die Gewalt der merowingischen Könige. Die Juden geriethen in eine drückende Lage, gleichviel ob dieser oder jener Merowinger, Childebert, Clotar oder Guntram über die Provence herrschte, denn in ihrer judenfeindlichen Gesinnung waren sie alle gleich. Das ersehen wir aus den zahlreichen Beschlüssen der von ihnen berufenen Concilien aus dem sechsten Jahrhunderte und aus den gewaltsamen von ihnen begünstigten Judenbekehrungen. Der König Childebert berief den Bischof Ferreol *) von Usez zur Verantwortung nach Paris, weil er mit den Juden seiner Diöcese freundlichen Umgang pflog. Bei seiner Rückkehr (558) verbannte Ferreol alle diejenige Jude», die nicht zum Christenthum übertreten wollten. Der König Chilperich (561— 84) selbst gab sich Mühe, für den Himmel jüdische Seelen zu retten. .Die Bekehrten feierten öffentlich den Sonntag und im Geheimen den Sabbat 2). Die Bischöfe waren -geradezu von der Bekehrungssucht befallen. Der heilige Germanus, Bischof von Paris, verrichtete einst ein Wunder. Er war gerade in Bourges (568) um den Bischof Felix in sein Amt einzuführen, als ein Jude Namens Sigericus öffentlich seinen Glauben abschwur. Manconona, deffen Gattin, aber blieb standhaft in ihrem Glauben. Man brachte sie gewaltsam in die Kirche, ') Gallia Christiana t. VI. י) Gregor von Tours Ilistorta Vranoorum lib. VI. c. 17.