Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Arles
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829503-2870442--17938-2870471- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Klr Geschichte der Juden ili Ärlesi haben. Lag ja doch ausschließlich in ihren Händen und in denen der Griechen unter der römischen Herrschaft der ganze Handel in Südgallien *). Im steten Verkehr mit den Griechen haben sich die Juden, inwiefern sie nicht ans griechischen Gegenden waren, das Griechische angeeignet, welches gewissermaßen die Handelssprache war. Daher war in den! durch und durch römischen Arles noch im Anfänge des sechsten Jahrhunderts die Sprache der Juden das Griechische *). lieber die Lage der Juden daselbst ist wenig bekannt, sie war in bürgerlicher Beziehung der der Glaubensgenossen im römischen Reiche überhaupt gleich, günstiger, so lange noch heidnische Kaiser auf dem Throne saßen, drückend, so bald das Christenthum den Thron der Cäsaren bestieg. Der llebertritt Constantins d. Gr., der zeitweise in Arles Hof hielt, zum Christenthume, bildet einen bedeutsamen Wendepunkt in der Geschichte der Juden des römischen Reiches. Die von dieser Zeit an datirenden, die Juden betreffenden Gesetze der römischen Kaiser haben einen feindseligeren Charakter, als die aus früherer Zeit stammenden. Das Bürgerrecht, das man früher den Juden eingeräumt hatte, wurde allmälig geschmälert und verkleinert, bis nichts mehr davon übrig blieb. Die Juden Galliens und namentlich des Südens haben im vierten Jahrhunderte, wie es scheint, die ganze Schwere dieser Gesetze weniger empfunden, als die anderer Länder. Sie wurden in dieser Zeit weniger behelligt. Die Kirche, die doch den Impuls zu jenen judenfeindlicheu Gesetzen gegeben hat, hatte in dieser Zeit in Gallien vollauf mit sich selbst zu thun, sie kämpfte noch um ihre eigene Existenz, sie hatte noch die Angriffe der inneren Feinde, der Ketzer, wie der äußeren Feinde, der Heidnisch gebliebenen gelehrten Gallier abzuivehren, denen der Homer ') Papon a. a. O. p. 10. ») Das. 113.