Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 2 · p. Seite 65

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Juden in Arles
Date
1878-01-01
Page
Seite 65 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829500-2829503-2870442--17935-2870468
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

gut Geschichte der guden in Arles. Iosiphja und die drei Schiffe landeten in Spanien(?), Jtalien und Afrika. Ganz abweichend lautet eine dritte Erzählung'): Ein Fürst, heißt es, ließ drei ungenannten verbannten Juden, die in seinem Lande eine Zuflucht gesucht hatten, ankündigen, sie müßten in einem feurigen Ofen auf die Probe gestellt werden. Nach der ihnen bewilligten Frist stellte sich ihnen ein frommer Greis vor und erbot sich, für sie das Märtyriuni zu übernehmen. Als derselbe unversehrt die Feuerprobe bestanden hatte, verfaßten die drei Männer das erwähnte Gebet. Das ist offenbar eilte der im Buche Daniel vorkommenden Erzählung von den drei Männern im feurigen Ofen in einer Zeit der Bedrängniß und Verfolgung nachgeahmte Legende. Für den sagenhaften Charakter der ersten Erzählung spricht auch der Umstand, daß es über die Verbreitung des Christenthums in Gallien ähnliche Sagen giebt. Bei der in Jerusalem ausgebrochenen Christenverfolgung, heißt es a), flohen viele Christen auf einem steuerlosen Schiffe und landeten in Marseille. Einer der Flüchtlinge, Lazarus, wurde Bischof von Marseille und ein anderer, Maximinius, wurde Bischof von Aix. Was das genannte Gebet betrifft, so ist dasselbe, eine bloße Compilation voll Bibelversen, in der Gebetordnung * *) des R. Amram Gaon in Sura (869—81) enthalten und ist schwerlich aus dem Abeudlande nach Babylonien gewandert und dort ausgenommen worden, sondern stammt wahrscheinlich aus dem Oriente. Trotz alledem liegt dieser Sage über den Ursprung des besprochenen Gebetes der geschichtliche Kern zu Grunde, daß in den ersten Jahrhunderten n. Chr. sich Juden im südlichen ') V. Hamanhig ed. Berlin p. 19 a. Orchot Chajim I p. 21, daraus in Kol-Bo Nr. 18 vgl. Zunz a. a. O. *) Gallia Christiana I p. 301. י) V. Siddur R. Amram ed. Warschau p. 20 mit geringen Abweichungen. Darnach ist die Angabe von Zunz Ritus p. 10, daß dieses Gebet im Oriente unbekannt war, wohl ja berichtigen. Sreetz, M-na>«s«rift xxvil.!t. 5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.