Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Vorstadt Bezetha
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 539 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Vorstadt Bezetha. 589 galten in der letzten Zeit als Bestandtheile Jerusalems und hatten einen, wenn auch verschiedenen geheiligten Charakter, die Neustadt galt als vollkommen mit der Altstadt gleich, die Bezetha dagegen wurde von den ״Genossen" nicht als consecrirter Stadttheil angesehen. In keinem von Beiden kann ein Begcäbnißplatz oder Grabeshöhlen angebracht gewesen sein, sonst hätten die Opfertheile nicht von Laien darin verzehrt werden dürfen. Daraus folgt, dast Golgatha oder das Grab, worin Jesus beigesetzt wurde, weit ab auch von diesen Vorstädten gelegen haben muß. Die gegenwürtige Lage der Grabeskirche inmitten des heutigen Jerusalem beruht auf einer mönchischen Fiction. Das Terrain, auf welchenr beide Vorstädte lagen, wurde auch als ״Oelber g" bezeichnet, ja auch noch dasjenige, welches außerhalb desselben lag. Auf diesem lagen die Dörfer oder Vorstädte Beth-Phage und Bethanien (Bet-Hine) und zwar nördlich von der Bezetha. Die nördliche Mauer um diesen neuen Stadttheil streifte an Beth-Phage vorüber. In Bethanien waren Verkanfsplätze, wo auch Opferthiere eingekaust zu werden pflegten. Hier hatte das Synhedrion, um sich seiner gesetzgebenden Funktion, zu entledigen, eine Zeitlaug seinen Sitz aufgeschlagen, in einer der Hallen von Beth-Hine. Als diese aber von Cestius zerstört ivorden waren, verlegte es wieder seineil Sitz innerhalb Jerusalems in die Quaderhallen des Tempels. Hier fuilgirte es während der Revolutionszeit von 66 bis Sommer 70, bis zum Untergang Jerusalems.