Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Vorstadt Bezetha
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 6)
- Language
- German
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534• Die Vorstadt Bezetha. find gewiß damals zerstört worden — drei Jahre vor Jerusalem, genau genommen allerdings 3 Jahre und 9 Monate und 10 Tage vor der Zerstörung des Tempels — vou Marcheschwan 66 bis 10. Ab 70. Die Tradition von der Zerstörung der Kaufhallen von Bet-Hine oder Bethanien ist also historisch, sie bezieht sich auf die Verheerung zur Zeit der Expedition des Cestus Gallus.; Da dieser aber nur in! Norden Jerusalems barbarisch gehaust hat, so müssen nothwendiger Weise die Kaufhallen von Bet-Hine im Norden der Hauptstadt gelegen haben. Kurz, das Dorf Bethanien und das daran grenzende Beth-Phage — an dem die dritte Mauer dicht vorbeiging (o. S. 530) — lagen im Norden Jerusalems. Nun kommt uns Josephus 01x0$ 'EqeßCvdwv zu statten, das wahrscheiitlich mit Beth-Phage identisch ist, und das lag entschieden im Norden. Die Evangelien geben auch ganz richtig die Lage der beiden Localitäten Beth-Phage und Bethanien an: nämlich am Oelberge (TtQÖg to <!<J0g iwv ’ß(!«5v)> Freilich so lange Ulan unter Oelberg nur den gestreckten Nücke» im Osten Jerusalems jenseits des Kidronthales versteht, muß man irgend einen Punkt für diese Dörfer in dieser Richtung suchen und das Unglaubliche aunehmen, daß Jesus und andere Festwaller täglich denselben beschwerlichen Gang von Bethanien und Beth-Phage von der Höhe des Oelberges oder vou noch weiter östlich gemacht, zuerst thalabwärts, dann zur Stadt, und dann wieder zur Nachtzeit den beschwerlichen Gang zurückgelegt hätten. Wer die Gegend einmal besucht hat, wird sofort überzeugt sein, daß das Hinansteigen des Oelberges in täglicher Wiederholung kein angenehmer Spaziergang ist. Wir haben aber gefunden, daß die Abdachung im Nordwesten Jerusalems, auf dem der Hügel Bezetha lag, ebenfalls ״Oelberg" genannt wurde (o. S. 495). Wenn die beiden Dörfer in dieser Richtung gelegen haben, so war der Weg von da zur Stadt und umgekehrt nicht so weit und nicht so beschwer-