Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Über die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 516 (sequence 19)
- Language
- German
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51C lieber die Bedeutung des drei und siebzigsten Psalms. tigonos selbst für jene leine Berechtigung, denen, ob sie auch von der hohen Bedeutsamkeit der Tugend und'Pflichttreue wohl durchdrungen sein mögen, die idealistische Selbstgenügsamkeit, welche der Stoicismus lehrt, in jener schroffen Auffassung, wie sie in den Worten des Antigonos zum Ausdrucke gelangte, schon aus dem Grunde nicht einleuchten konnte, weil dabei die Rechte der Individualität rmd die natürliche Bedingung des menschlichen Daseins zu sehr außer Acht gelassen wurden Diesen Voraussetzungen gegenüber ist es auch ganz erklärlich, wenn sie behaupten zu können glaubten: אלו היו יוועין אבותינו שיש עולם אחר ״ .ויש חחית המתים לא היו אומרץ כך!gälten unsere Vorfahren (Antigvnos und seine Genossen) gewußt, daß es noch eine andere Welt gebe und eine Auferstehung der Tobten, so würden sie auch nicht gelehrt haben, daß man Gott dienen müsse auch ohne Absicht auf Lohn", da der Lohn mindestens im Jenseits nicht ausbleiben kann. Gewiß sie haben an die Fortdauer der Seele nach dem Tode nicht geglaubt, denn sonst hätten sie des Lohnes in der Zukunft erivähnen müssen. Der Gegensatz des Ansspruches des Antigonos aus Socho zur Theodicee des Psalmisten hat unzweifelhaft den größten Anlaß zu diesem Mißverhältnisse gegeben, und von diesem Gesichtspunkte aufgefaßt, ist Psalm 73 für die Geschichte der Häresie im Judenthume von besonderer Bedeutung a). *) Was bekanntlich den Stoikern zum Vorwurf gemacht wird. Vgl. Zeller: Geschichte der griechischen Philosophie 3. Th. 1. Hälfte. ’) Ich habe dem Herrn Vers. Gelegenheit gegeben, seine Ansicht über diesen Ps. zu entwickeln, obwohl ich durchaus nicht mit ihm einverstanden bin. Die Zeitlage ist nicht streng erwiese», die Auslegung nicht befriedigend, und in V. 26 steckt durchaus nicht der Gedanke an Unsterblichkeit. Annierk. d. R.