Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Vorstadt Bezetha
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
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482 Die Vorstadt Bezetha. entworfen hat, mit welchem Zimmermann seine Uebereinstimmung erklärt. Unter diesen Topographen, welche auch über die Lage von Bezetha Forschungen angestellt haben, figuriren die Franzosen Graf de VognL und General de Sanlcy, die Engländer Williams, F e r g n s s o n und W a r r e u , einer der drei Ingenieure, welche die Gesellschaft Palestine exploration fund nach Palästina beordert und mit reichen Mitteln zur Erforschung des heiligen Landes versehen hat; ferner die Deutscheu Schultz, Sepp, Menke, dessen biblischer Atlas von Palästina nächst der Karte von Kiepert allgemein bekannt ist, ferner Titus T o b l e r, der so viel für diese Studie geleistet hat, Für rer, der schweizer Prediger, welcher zu Fuß das heilige Land nach Länge und Breite durchmessen hat, und Andere, welche im Verlaufe dieser Untersuchung werden genannt!verden. Die Verschiedenheit der Resultate der Untersuchung über die Lage der Bezetha ist allerdings durch ein dogmatisches Interesse veranlaßt. Jesus ist auf Golgatha gekreuzigt und (nach Johannes 19, 41) in dem Grabgewölbe des Joseph von Arimathia in der Nähe von Golgatha beerdigt worden. Dieses Grabgewölbe muß jedenfalls außerhalb der Stadt ausgehauen gewesen fein. Denn innerhalb Jerusalems durfte kein Grab angelegt werden, weil ein solches levitische Unreinheit verursacht haben würde. Nichts desto weniger hat die kirchliche Tradition Jesu Grabmal einen Platz innerhalb des jetztigen Jerusalem zugewiesen und dort nicht weit vom Jaffathore und der Höhe, welche allgemein als Oberstadt angenommen wird, die G r a b e s k i r ch e erbauen lassen. Nun war zur Zeit Jesu bereits das Quartier Bezetha bewohnt. Die katholischen Topographen hatten und haben nun das höchste Interesse daran, der Bezetha eine solche Lage dicht an dem alten Jerusalem zu geben, daß der Platz der Grabeskirche innerhalb der jetzigen Stadt zu liegen käme. Dieser Auffassung traten