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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 10 · p. Seite 446

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte und Chronologie Agrippa's II, der Procuratoren und der Hohenpriester seiner Zeit
Date
1877-01-01
Page
Seite 446 (sequence 4)
Language
German
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446 Zur Geschichte und Chronologie Agrippa's II, rneffiamsche Hoffnungen rege gemacht haben. Wie den! auch sei, sie galten als politische Delinquenten. So war es gefährlich, sich für sie zu verwenden, um nicht in iEjreu Prozeß verwickelt zu werden. Josephns konnte es daher nicht eher wagen, einen Schritt zu ihrer Befreiung zu thun, als bis er erfahren hatte, daß Poppäa Sabina L h a t s ä ch l i ch Kaiserin geworden war, und daß sie eine Vorliebe für das I u d e n t h u m hegte*). Kaiserin ist Poppäa erst Sommer 62 geworden, und erst als sie festen Fuß im Palatmm gefaßt hatte, mag sie, die Kluge, ihre Zuneigung zum Judenthum durchblicken gelassen haben. Vielleicht haben es nur eingeweihte Judäer in Rout gewußt und nach Jerusalem berichtet. Unter dein Schutz der Kaiserin konnte Josephus den Schritt wagen, sich für die, wegen irgend einer für politisch verdächtig gehaltenen Aeußernng oder Versammlung gefangenen, Priester zu verwenden, deren Loos ihn! besonders nahgmg, als er erfahren hatte, daß sie sich wegen übertriebener Religiosität im Kerker kasteiten. Da nun Poppäa erst Sommer 62 Kaiserin geworden war, so reiste Josephns bei Eintritt der für die Schifffahrt günstige Jahreszeit 63 nach Rom. Also dieses Argument beweist weder für eine längere, noch eine kürzere Amtsdauer des Procurators Felix. י) Schiller bezweifelt Poppäa's Proselyteuthum a. a. O. S. 583 N., aber mit Unrecht. Wenn man es aus's richtige Maas; zurückführt, daß Poppäa allerdings nicht mit Ostentation judüische Proselytin gewesen, aber eine Art Hang zu judäischen Riten gehabt habe, so findet man Belege dafür. Warum hätte sie sich sonst für die gefangenen asketischen Priester verwendet? Warum hätte sie Josephns reich beschenkt, wenn nicht aus Vorliebe für Judenthum und Judäer? Warum hat sie noch dazu die Petition der Maischen Gesandtschaft bezüglich des Tempels unterstützt, die doch eigentlich gegen das römische Interesse lief? Josephns hatte Audienz bei ihr, hatte Worte mlt ihr gewechselt. Wenn er also positiv aussagt: -äsocreßrig yag yv, daß Poppäa gottesfürchtig, d. h. Verehrerin des Gottes Israels, gewesen, so ist das Urtheil aus eigener Erfahrung geflossen und darf nicht bezweifelt werden.

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