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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 7 · p. Seite 290

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 7
Article
Zeit der Anwesenheit der adiabenischen Königin in Jerusalem und der Apostel Paulus
Date
1877-01-01
Page
Seite 290 (sequence 2)
Language
German
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290 Zeit der Anwesenheit der adiabenischen Königin in Jerusalem einzugehen Erst Paulus ist darauf gekommen, den Heiden zu predigen^). Es war eine Neuerung, welche bei den Judenchristen Opposition gefunden hat. Wie kam Paulus auf diese Neuerung? Der Gedanke ist in ihm aufgeblitzt, daß die ״Fülle der Heiden" in den Abrahamsbund ausgenommen werden soll^), und zwar nicht durch die Beschneidung, — weil dann der Zutritt eine Unmöglichkeit wäre, — sondern durch den Glauben an Jesus als Messias und als auferstandenen Messias. Dieser Gedanke beherrschte Paulus, seine Episteln sind voll davon, seine ganze Thätigkeit ist darauf gerichtet, die Heiden zu geminneu, damit auch sie Theil an der Verheißung an Abraham haben sollen. Das Keimen eines solchen Gedankens muß psychologisch erklärt werden. Der Umstand ist nicht gleichgültig, daß Paulus' Bekehrung in Damaskus stattgefunden hat. In dieser Stadt gab es judäische Proselrsten und die meisten Frairen waren dem Judenthum anhänglich ^). Noch mehr Eindruck müßte es auf Paulus, der, wie er von sich selbst aussagte, ein Uebereifriger der väterlichen Ueberlieserung war 5), gemacht haben, wenn er Zeuge dessen war, wie eine heidnische Königin aus weiter Ferne von jenseits des Euphrat auf einer Reise, welche mehrere Monate dauerte und mit Gefahren verknüpft war °), nach Jerusalem gekommen war, um den dort verehrten Gott auzubeten und im Tempel zu opfern. Hat Paulus dieses erstaunliche Ereigniß, von dem ohne Zweifel damals in der judäischen Welt mit Bewunderung gesprochen wurde, vor sei- ’) Matthäus-Evangelium 10, 5. ') Galatbr. 1, 16. Römerbr. 11, 13; 15, 16. *) Römerbr. 11, 25. 4) Joseph, jüd. Krieg II, 20, 2. *) Galaterbr. 1, 13. ״) Jos. Alterth. III, 15, 2. Die Stelle bezieht sich offenbar auf Helena und ihr Gefolge.

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