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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 5 · p. Seite 231

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 5
Article
George Eliot und das Judenthum
Date
1877-01-01
Page
Seite 231 (sequence 18)
Language
German
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George Eliot und das Judenthum. 231 von seiner Mutter die Eröffnung gemacht, daß sie ihn, um ihn, den jüdischen Knaben, vor der Schande seiner Abstammung zu befreien, ihrem Verehrer Sir Hugo Mallinger zur Erziehung mit der Bedingung übergeben habe, daß er in Unkenntniß über seine Herkunft erhalten werde. Er fühlt das Blut seines Großvaters, eines jüdischen Arztes in Genua und seines edlen Vaters Ephraim Chorist — die Mutter hatte ihm den Namen Deronda gegeben — in sich aufwallen, Mardochai hatte Recht behalten, die Erfüllung war gekommen. Wohl wird jeder wilde Freudenausbruch in ihm niedergehalten, da er die Mutter als Fürstin Helm-Ebersteiu antrifft, von ihrem Kinde geschieden auf Nimmervereinigung, aber es bedarf keines äußerem Zeichens jubelnder Überraschung, war er doch Jude dem Herzen nach, ehe die Stimme des Blutes in ihm erwachte. Der Ehebund mit Mirah, die begeisterte Ausführung alles dessen, was ihm im Umgänge mit Mardochai als Aufgabe und Beruf seines Lebens erschienen war, sind das natürliche Ergebniß, dem der Lauf der Entwichelung ruhig und sicher zugesteuert war. Es ist albern, eine Dichtung wie einen Steckbrief zu behandeln, dessen Vorlage irgendwo im Leben oder in der Geschichte aufzusuchen mid sei es selbst gewaltsam, aufzufinden ist; es verlohnt sich darum gar nicht erst, die Vermuthungen zurückzuweisen, die über Deronda's Vorbild aufgestellt wurden. Mit mehr Recht könnte ein Allegorist in ihm das Bild der Menschheit in ihrem Verhalten zum Judenthum vorherverkündet sehen, wie sie nach Verkennung und Geringschätzung es zu beachten und immer mehr zu lieben anfängt, bis sie eines Tages die Entdeckung machen wird, daß es Fleisch ist von ihrem Fleische und Bein von ihrem Bein. (Aortsetzung folgt.)

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