Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 5
- Article
- George Eliot und das Judenthum
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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219 George Eliot und daZ Judenthum. nung sein. Will Einer sagen: Die prophetische Vision unserer Race ist hoffnungslos mit Thorheit und Bigotterie vermengt; der Engel des Fortschritts hat keine Botschaft für das Judenthum — es ist eine halb begrabene Stadt, welche die bezahlten Arbeiter aufdecken sollen — die Wasser strömen darüber hin wie über ein verlassenes Feld? Ich sage, das stärkste Princip des Wachsthums liegt in der menschlichen Wahl. Die Söhne Indah haben zu wählen, auf daß Gott sie wieder anserwähle. Die messianische Zeit ist die Zeit, wo Israel den Willen haben wird, das nationale Banner aufzupflanzen. Der Nil über-- schwemmte das Land und trat aus seinen Ufern; der Ägypter konnte nicht die Überschwemmung wählen, aber er wählte die Arbeit und grub Kanäle für die befruchtenden Wasser, und Ägypten ward das Land des Getreides. Soll der Mensch, dessen Seele in dem königlichen Vorrecht des Urtheils und Entschlusses besteht, seinen Rang verleugnen und sagen: ״Ich bin ein Zuschauer, verlangt keine Wahl und keinen Vorsatz von mir"? Das ist die Blasphemie dieser Zeit. Das göttliche Prinzip unserer Race ist That, Wahl, entschlossene Erinnerung. Laßt uns der Blasphemie widersprechen und dazu behilflich sein, unsere eigene bessere Zukunft und die bessere Zukunft der Welt zu wollen, — nicht auf unseren höheren Beruf verzichten und sagen: ״Laßt uns sein, als ob wir nicht unter den Völkern existirten", sondern unser volles Erbe wählen, die Verbrüderung unserer Nation fördern und sie zu einem neuen Bruderbünde mit den Völkern der Heiden gestalten! Die Vision ist da: sie wird erfüllt werden". In diesen Aeußerungen, welche die Dichterin dem I o h a nnes ihres Erfüllers, welche sie Mardochai in den Mund legt, athmet nicht nur die Seele dieses Mannes, sondern die Seele der Dichtung. Die Bestimmtheit, mit der diese Gedanken dargelegt werden, verdient die höchste Bewunderung, mau